Weg aus der Krise: Daten statt Worte

Die Pandemie habe deutlich gemacht, dass man mit datengestützten Modellen weiterkomme als mit Expertenmeinungen und Parolen. Das schreibt GDI-Forschungsleiterin Karin Frick in einem Artikel für das Schweizerische Bundesamt für Umwelt.

Daten statt Worte

Dies ist ein Auszug aus einem Beitrag für das Portal «Umwelt Schweiz» des Bundesamts für Umwelt.

Der Lockdown hat Menschen weltweit gezwungen, zu Hause zu bleiben und ihren Konsum und ihre Mobilität massiv zu reduzieren. Mit dem unfreiwilligen Konsum- und Mobilitätsfasten sollte die Ausbreitung des Corona-Virus verlangsamt werden. Dadurch wurden auch Umweltbelastungen reduziert, und als positiver Nebeneffekt haben sich vielerorts die Qualität von Luft und Wasser spürbar verbessert.

Fasten ist heilsam. Rituelles Fasten ist ein fester Bestandteil von vielen Religionen, die positiven Wirkungen auf Körper und Geist sind seit Jahrtausenden bekannt und sind heute durch viele klinische Studien belegt. Wer weniger isst, tut nicht nur etwas für seine Figur, sondern bleibt auch länger jung, stärkt Abwehrkräfte und verbessert sein Wohlbefinden.

Die Macht der Gewohnheiten

Der Erfolg einer Fastenkur hängt bei gesunden Personen vor allem vom Durchhaltewillen ab und nicht von teuren Behandlungen. Trotz der vielen nachweisbaren positiven Effekte und zahlreichen leicht zugänglichen Ratgeberangeboten fällt es den meisten Leuten schwer, ihre guten Vorsätze einzuhalten und systematisch weniger zu essen. Nach der Kur fallen viele sehr bald wieder in alte Verhaltensmuster zurück und nehmen sogar noch schneller zu. Dieser Rebound-Effekt kann auch beobachtet werden, wenn die Verhaltensänderung nicht aus eigenem Antrieb erfolgt, sondern durch einen externen Schock ausgelöst wird, wie zum Beispiel einen Lebensmittelskandal. So wurde nach dem Ausbruch der BSE-Seuche (Rinderwahn) massiv weniger Fleisch gegessen oder nach 9/11 massiv weniger geflogen. Doch der Verzicht war jeweils von kurzer Dauer, nach wenigen Jahren wurde wieder mehr Fleisch gegessen und mehr geflogen als je zuvor.

Der Lockdown hat gezeigt, dass ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung auch mit weniger Konsum und Mobilität eigentlich ganz gut leben oder die Lebensqualität sogar steigern kann, trotzdem scheint der Gesinnungswandel nur von kurzer Dauer. Aktuelle Daten der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich zeigen, dass Schweizerinnen und Schweizer nach dem heftigen Einbruch vom Frühling aufgrund der Corona-Krise mittlerweile wieder mehr als vor dem Ausbruch der Pandemie konsumieren und unterwegs sind.

Doch auch wenn beim Konsumverhalten mit einer hohen «Rückfallquote» zu rechnen ist, wird das Leben neu strukturiert werden, die Angst vor Pandemien wird bleiben, und damit bleiben auch viele Sicherheitsmassnahmen und Einschränkungen, die zum Schutz vor Ansteckung getroffen wurden.

Wie Daten Einfluss auf unser Verhalten haben, lesen Sie hier weiter.