Stephanie Kelton: «Jedes Defizit ist für irgendjemanden gut»

Die Ökonomin Stephanie Kelton räumt mit alten Mythen auf: «Wir dürfen keine Angst haben, dass Staatsschulden unseren langfristigen Wohlstand gefährden.» Schulden seien nichts Schlechtes, ist die Bestseller-Autorin («The Deficit Myth») überzeugt. Hier im Videointerview und im GDI-Livestream vom 10. September 2020 liefert Kelton Lösungen für eine Post-Covid-Wirtschaft.

Stephanie Kelton

Das Ziel sei nicht ein ausgeglichener Haushalt, so die US-Ökonomin Stephanie Kelton, sondern eine ausgeglichene Wirtschaft. «Jedes Defizit ist für irgendjemanden gut», sagt die Wirtschaftsprofessorin in einem Interview:

Eine prosperierende Wirtschaft, die Finanzierung der Gesundheitsversorgung, die Schaffung neuer Arbeitsplätze, die Verhinderung der Klimaapokalypse – all dies sind Herausforderungen, die unweigerlich die Frage aufwerfen: Wie können wir sie bezahlen? Stephanie Kelton zeigt, wie fehlgeleitet diese Frage wirklich ist, indem sie die kühnen Ideen der Modern Monetary Theory verwendet, den radikal anderen Ansatz zur Nutzung unserer Ressourcen.

Als führende Denkerin und international anerkannte Verfechterin der Modern Monetary Theory hat Professor Keltons Arbeit in Wirtschafts-, Finanz- und Politikkreisen auf der ganzen Welt Debatten ausgelöst. Das Medienunternehmen Bloomberg listete sie 2019 als eine der 50 einflussreichsten Denkerinnen der Welt. Am 10. September 2020 spricht sie in einem GDI-Livestream und beantwortet auch Fragen der TeilnehmerInnen.