Nie zu alt? – Die Offenheitsbiografie

Neues ist anziehend. Neues bringt Spass. Das verändert sich allerdings im Laufe des Lebens. Die GDI-«Offenheitsbiografie» gibt einen Überblick, wie sich die Offenheit der Menschen in speziellen Bereichen im Verlaufe des Älterwerdens verändert.

Der nachfolgende Text basiert auf einem Auszug aus der Studie «Nie zu alt? – Älterwerden zwischen Offenheit und Bewahrung», die Sie über unsere Website beziehen können.

Die GDI-Studie «Nie zu alt? – Älterwerden zwischen Offenheit und Bewahrung» untersucht, wie die individuelle Offenheit bei Essen, Stil, Lebenszielen oder Apps und Technologien mit dem Alter zusammenhängt. Um die Aufgeschlossenheit für Neues in Abhängigkeit vom Alter zu untersuchen, hat das Gottlieb Duttweiler Institut eine Befragung durchgeführt. 

Eine Übersicht der Resultate – die so genannte «Offenheitsbiografie» – zeigt, wie sich die Offenheit der Menschen in den abgefragten Bereichen im Verlaufe des Älterwerdens verändert. Aus der Abbildung besonders ersichtlich sind zwei Aspekte: Einerseits sind die maximalen Offenheitsfenster hervorgehoben – also diejenigen Momente im Leben, in denen die Menschen am offensten sind, etwas Neues auszuprobieren. Andererseits kann herausgelesen werden, wie lange die Bereitschaft für Neues bestehen bleibt. Handelt es sich um eine kurze Phase zwischen 20 und 25 Jahren, oder ist die Bereitschaft bis 50 vorhanden und nimmt dann erst ab?

Viele der Offenheitsfenster zeigen sich in jungen Jahren. Menschen zwischen 16 und 20 beispielsweise lernen am ehesten eine neue Sprache, schliessen am häufigsten neue Freundschaften und nutzen am meisten neue Apps wie Instagram oder TikTok. Die Offenheitsfenster ziehen sich je nach Bereich aber durch alle Altersgruppen. So sind es beispielsweise die 51- bis 55-Jährigen, die die grösste Zustimmung äussern, gesellschaftliche Macht- und Besitzverhältnisse auf den Kopf zu stellen. Es handelt sich gar um die älteste Gruppe der 71- bis 74-Jährigen, die sich am ehesten vorstellen kann, mit Fremden zu wohnen.

Wir haben allerdings nicht nur die maximalen Offenheitsfenster betrachtet, sondern auch untersucht, ob diese sich signifikant von anderen Altersgruppen unterscheiden. So zeigt die Abbildung, wie altersabhängig respektive alterslos die Offenheit in einem bestimmten Bereich ist. Neben dem maximalen Offenheitsfenster kann es noch weitere Altersgruppen geben, die laut unserer Umfrage zwar einen tieferen Mittelwert haben, sich aber statistisch nicht signifikant von der Altersgruppe mit dem Maximalwert unterscheiden. Diese Phasen haben wir gelb hervorgehoben: