Food-Trends: Cannabis, der neue Alkohol?

Die Generationen Y und Z kehren Alkohol und Tabak vermehrt den Rücken – es passt schlicht nicht mehr zu ihrem gesundheitsbewussten Lifestyle. Ess- und trinkbare Cannabis-Produkte erfreuen sich hingegen wachsender Beliebtheit. Das GDI zeigt die wichtigsten Produkte.

Der nachfolgende Text basiert aus einem Auszug aus dem aktuellen «European Food Trends Report», den Sie über unsere Website beziehen können.

Alkohol ist weiterhin die beliebteste Droge der Welt, doch sie hat auch viele Schattenseiten: Abhängigkeit, gesundheitliche Schäden, Kontrollverlust, erhöhtes Aggressionspotenzial, viele Kalorien und ein Kater am Tag nach der Party. Gerade bei den jüngeren Menschen der Generationen Y und Z ist  Alkohol nicht mehr so beliebt wie noch bei der Generation X oder den Baby Boomers. Die heutigen U35 trinken global gesehen deutlich weniger Alkohol, als dies ihre Vorgängergenerationen im gleichen Alter getan haben. Sie machen sich mehr  Gedanken um ihre Gesundheit und Fitness, bevorzugen das High von Marihuana gegenüber der Trunkenheit oder suchen nach Alternativen, die ihnen ein Gefühl von Wohlbefinden vermitteln.

Drinkables sind die neuen Edibles

Bis vor Kurzen hatte kaum einer auf dem Radar, dass man Cannabis auch trinken kann. Doch gerade im Zusammenhang mit dem Fitness- und Wellnesstrend macht das Trinken von CBD und THC aus Sicht vieler Konsumenten durchaus Sinn. Zigaretten und andere Raucherwaren passen nicht zu unserem gesundheitsbewussten Lebensstil. Auch die gesellschaftliche Toleranz gegenüber Rauchern nimmt tendenziell ab. Entsprechend ist es nachvollziehbar, wenn Cannabis-Konsumenten Edibles und Drinkables vorziehen. CBD und THC werden in Zukunft immer weniger geraucht, sondern gegessen und getrunken. Das ist nicht nur diskreter und nimmt Rücksicht auf die Mitmenschen. Man kann dank der genauen Angaben auf den Produkten die Dosis der konsumierten Cannabinoide viel besser kontrollieren.

Berauschender Wachstumsmarkt

Die Getränke-Giganten reagieren auf den Trend mit Investitionen in Wellness-Getränke und Cannabis-Produzenten. So erwarb PepsiCo beispielsweise 2016 KeVita und kaufte im Dezember 2018 SodaStream für 3,2 Milliarden US-Dollar. Der Bierriese Ab InBev hat ganze sieben Akquisitionen oder Investments getätigt, darunter der Kauf der Energy-Drink-Marke Hi-Ball und eine Investition in das pflanzliche Getränkeunternehmen Canvas. Und Anfang 2019 investierte Constellation Brands, das Unternehmen hinter der Biermarke Corona und grösster Bierimporteur der USA, 4 Milliarden US-Dollar in den führenden nordamerikanischen Cannabis-Produzenten Canopy Growth Co.

Der Markt für Drinkables ist riesig. Gemäss dem «CBD Drinks Report» von Zenith Global wurde der 2018 auf 86 Millionen US-Dollar geschätzt. Bis 2023 soll der US-Markt für Cannabis-Getränke die Milliarden-US-Dollar-Grenze knacken. Eine GDI-Übersicht zeigt die wichtigsten Produkte und Unternehmen im Markt der Cannabis-Edibles und -Drinkables:

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