Die zwölf wichtigsten Lebensziele

Wer ein Lebensziel hat, Träume, Ideen, ist bereit, darauf hinzuarbeiten. Laut der GDI-Studie «Nie zu alt» haben beinahe zwei Drittel aller Menschen ein Lebensziel. Was wünschen sie sich, und wie verändern sich die Ziele über das Alter? Darüber gibt die Studie Aufschluss.

Der nachfolgende Text basiert auf einem Auszug aus der Studie «Nie zu alt? – Älterwerden zwischen Offenheit und Bewahrung», die Sie über unsere Website beziehen können.

Es sind erwartbare Lebensziele, die die 2000 vom GDI Befragten aus der Schweiz und aus Deutschland auf ihren Wunschzettel schrieben. Gesundheit, Geld, Glück, Karriere, Familie, Reisen, Beziehungsglück, Haus, Kinder, Ausbildung, Auswandern und Langlebigkeit waren die zwölf am häufigsten genannten Lebensziele – und zwar in dieser Reihenfolge.

Lebensziele

Abnehmende, zunehmende und konstante Relevanz der Lebensziele

Interessant wird es jedoch, wenn man die Veränderungen mit dem Älterwerden betrachtet. Es gibt Lebensziele, deren Relevanz mit dem Alter abnimmt, andere werden relevanter, und wieder andere bleiben konstant. Zur ersten Gruppe der an Wichtigkeit einbüssenden Lebensziele gehören Familie, Karriere, Geld, Ausbildung, Haus, Kinder – mit einem klaren Peak zwischen 30 und 40 Jahren. Das sind alles Ziele, die mit der Sehnsucht nach persönlichem Wachstum und mit der Erreichung eines neuen Zustandes zu tun haben: eine Familie gründen, ein Haus bauen, Karriere machen und sich bilden. Einige dieser Ziele werden im hohen Alter gar nicht mehr genannt.

Zur zweiten Gruppe der deutlich wichtiger werdenden Ziele gehören Gesundheit und Langlebigkeit. Je älter eine Person ist, desto grösser wird also der Wunsch nach einem gesunden und langen Leben. Das sind typische Ziel der Bewahrung. Es geht dabei nicht darum, etwas Neues zu erreichen, sondern einen Zustand aus der Vergangenheit aufrechtzuerhalten.

Zur dritten Gruppe der konstanten Lebensziele gehören Glück, Reisen, Auswandern und Beziehungsglück. Dabei handelt es sich also um altersunabhängige Ziele, die von Jung und Alt verfolgt werden und keine Korrelation mit dem Alter aufweisen. Überraschend ist insbesondere, dass das Ziel auszuwandern nicht mit dem Alter abnimmt, obschon es eigentlich ein klassisches Wachstumsziel ist und Offenheit für Neues voraussetzt.

Aus diesen Resultaten kann abgeleitet werden, dass die meisten materiellen, status- und wachstumsorientierten Lebensziele mit dem Alter an Wichtigkeit verlieren und immaterielle sowie eher bewahrende Werte in den Fokus rücken. Denn Wachstumsziele hängen mit der Erwartung zusammen, dass man noch eine Weile leben wird. Die beiden wichtigsten Lebensziele der Jungen, Karriere und Familie, repräsentieren diese Verschiebung von Wachstum zu Bewahrung genauso schön wie die beiden wichtigsten Lebensziele der Alten, Gesundheit und Langlebigkeit.

Methode

Den Befragten in der Studie «Nie zu alt» wurden bewusst keine inhaltlichen Lebensziele zur Auswahl vorgelegt. Sie sollten die Möglichkeit haben, ganz frei und ohne Einschränkungen ihre Lebensziele zu beschreiben. Sie mussten sich auch nicht auf eines beschränken, sondern konnten sich mehrere Dinge wünschen, wie beispielsweise gleichzeitig eine Kosmetikausbildung und mehr Tierschutz. Für die Auswertung wurden die 2000 Antworten nach Themen gruppiert und zusammengefasst.