Zielpublikum: Kühlschränke

14.08.2018

Technologischer Fortschritt fordert neue Formen der Unternehmenskommunikation. Die richtete sich bislang an Menschen. Doch Maschinen haben mittlerweile ebenfalls gelernt, zu kommunizieren. Dass sich Corporate Publishing zukünftig also auch an Dinge richten könnte, sei durchaus ein sinnvoller Gedanke, schreiben GDI-Forscher.

Dies ist ein Auszug aus der GDI-Studie «Digital Corporate Publishing – Wer morgen über Ihre Firma spricht». Die vollständige Studie ist kostenlos als kostenloser Download verfügbar.

Als das mobile Internet bereits im Multimilliardenbereich gehandelt wurde, erblickte das Internet der Dinge gerade das Licht der Welt. 1999 wurde der Begriff erstmals von Kevin Ashton verwendet, als er in einer Präsentation für Procter & Gamble die beiden Modebegriffe RFID (Radio-Frequency Identification) und Internet miteinander verband. Die Verbindung von Gegenständen aller Art mit dem Internet und untereinander hat seither explosionsartig zugenommen und wird durch immer kleinere, leistungsfähigere und günstigere Sensoren auch weiterhin zunehmen. Im Jahr 2020 werden weltweit bereits über fünfzig Milliarden Gegenstände mit dem Internet verbunden sein – Autos (und ihre Bauteile), Brillen, Kleider, Kühlschränke, Heizungssysteme und Parkplätze denken mit und organisieren sich selbst. Aus isolierten Produkten werden vernetzte Dienstleistungen. «Smart Home», «Smart City» oder das selbstfahrende Auto sind solche komplexen Produkte, die ohne eine grosse Zahl vernetzter Dinge nicht möglich wären.

Wie weit diese Vernetzung hinter unserem Rücken bereits vorangeschritten ist, wird deutlich, wenn einmal etwas nicht so funktioniert, wie es sollte. So am Morgen des 5. Januar 2017 im kalifornischen San Diego, als eine grosse Zahl von Nutzern des Amazon-Assistenten «Alexa» irritiert bemerkte, dass Alexa gerade versuchte, für sie ein Puppenhaus zu bestellen. Der Grund: Im lokalen Fernsehsender CW6 hatte der Moderator Jim Patton den Satz «I love the little girl, saying ‹Alexa ordered me a dollhouse›» gesagt. Alexa allerdings verstand das nicht als Zitat, sondern als Bestellung.

Solche Fälle werfen nicht nur die Frage der Kontrolle auf – zentral oder distribuiert, fest oder flexibel, durch Mensch, Maschine oder beides? Sie stellen auch die Frage nach der Kommunikation. Während sich Corporate Publishing beispielsweise bisher völlig auf die Kommunikation eines Unternehmens mit Menschen konzentrierte, erscheint nun auch ein direkter Austausch mit beziehungsweise zwischen Dingen möglich oder gar sinnvoll. Am Beispiel eines Einkaufs mit Smart Assistant: Kommuniziert dieser mit dem Einkaufswagen (also mit dem Handelsunternehmen)? Oder mit dem einzelnen Produkt im Sortiment (also mit einem Lieferanten des Handelsunternehmens)? Oder mit weiteren Stakeholdern (etwa dem NGO, das ein Fair-Trade-Gütesiegel vergibt)? Wenn alle diese Kommunikationen gleichermassen möglich sein sollten, wie sollen sie ablaufen, und wie nicht?

 

Mehr zur Zukunft des Corporate Publishing finden Sie in der GDI-Studie «Digital Corporate Publishing – Wer morgen über Ihre Firma spricht».