«Wir sind nachhaltiger als Ikea»

24.09.2014
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Designmöbel zum Bruchteil des Ladenpreises: Ning Li erklärt, wie Made.com die komplexe Wertschöpfungskette der Möbelindustrie entschlackt und die Ersparnisse an die Kunden weiterreicht.

Er kam als letzter Referent auf die GDI-Bühne und sorgte für einigen Gesprächsstoff, Ning Li, Gründer und CEO von Made.com. Mit sanfter Stimme veranschaulichte er, wie komplex und langwierig Herstellung und Vertrieb von Möbeln traditionellerweise sind. Und setzte sein eigenes Geschäftsmodell dagegen: Eine Online-Plattform, die Designermöbel dank dem Verzicht von Lagerräumen, Ladenmieten, Zwischenhändlern und Massenproduktion zu einem Bruchteil des üblichen Ladenpreises anbieten kann. Im Publikum sass auch Simona Scarpaleggia, CEO von Ikea Schweiz, und hörte, wie sich der Jungunternehmer gegenüber dem Branchenprimus abgrenzt: «Ikea verkauft gute und funktionale Möbel. Unsere Kunden haben ihre Ikea-Phase abgeschlossen und suchen ein hochwertigeres Design.» Nicht nur sei sein Geschäftsmodell besser als jenes von Ikea, ergänzte der Chinese.  Da Made.com nur produziere, was schon verkauft worden sei, produziere sein Unternehmen auch weniger Abfall und sei deshalb nachhaltiger. Zum Schluss präsentierte Li das Projekt Unboxed, das aus dem Mangel an Ladenlokalen eine Tugend macht: Mithilfe von Google Maps und Social Media können seine Kunden Bilder der bei Made.com gekauften Möbel ins Netz stellen, bewerten und miteinander ins Gespräch kommen. Ob er im Zeitalter von Shitstorms seinen Kunden vertrauen könne, wurde Li gefragt. «Natürlich, warum sollte ich nicht?», antwortete er.