Wie wird eine Gegend zur Schwarmregion?

Berlin boomt, Bremen darbt. San Francisco brummt, San Antonio pennt. Nach Zürich wollen alle, nach Zurzach etwas weniger. Solche Beispiele gibt es viele. Aber warum sind bestimmte Gegenden beliebter als andere? Weil sie Schwarmregionen sind. Doch was macht diesen Regionstyp aus? Die GDI-Studie «Schaffhausen 2030» erklärt es.

Schwarmregion Nestregion

Der nachfolgende Text basiert auf einem Auszug aus der GDI-Studie «Schaffhausen 2030», die Sie über unsere Website beziehen können.

Schwarmregionen ziehen besonders viele junge Menschen an. Vielfalt, Lebendigkeit und Wirtschaftserfolg sind dort besonders hoch. Solche Schwarmregionen wachsen und verjüngen sich, während andernorts die Zahl der jungen EinwohnerInnen konstant sinkt, Geschäfte und Restaurants schliessen, Wohnungen leer stehen und Büroflächen neu besetzt werden müssen. Sinnbildlich steigen junge Menschen aus dem ganzen Land wie Vögel auf und landen als Schwarm in einer Region.

Schwarmsein oder -nichtsein: Was sind die Gründe?

Eine Untersuchung von Schwarmregionen in Deutschland zeigt: Harte Faktoren wie die Anwesenheit von Hochschulen, qualifizierte Arbeitsplätze und ein ausdifferenziertes Wohnungsangebot sind zwar notwendige Voraussetzungen für eine Schwarmregion. Sie allein erklären aber nicht, warum eine Stadt oder eine Region eine hohe Anziehungskraft ausstrahlt. Denn die harten Faktoren machen nicht den entscheidenden Unterschied, wenn sich Menschen überlegen, wo sie wohnen möchten. Vielmehr geben weiche Standortfaktoren den Ausschlag bei der Entscheidung für oder gegen einen Lebensmittelpunkt. Dazu gehört als Basis eine lebendige, urbane, vitale Atmosphäre, ein attraktives Image und ein schönes Erscheinungsbild.

Dazu im Gegensatz stehen sogenannte Nestregionen. Das wird deutlich, wenn man beim Bild des (Bienen-)Schwarms bleibt. Bienen fliegen aus auf der Suche nach Nahrung. Sind sie fündig, fliegen sie im Schwarm dorthin. Danach geht's wieder zurück zum heimatlichen Nest, wo der Nachwuchs wartet. Eine Nestregion ist also eine Heimat, aus der man ausschwärmt, und in die man immer wieder zurückkommt – die prägende Erfahrung, die ein Leben lang nachwirkt.

Ohne Bienennest kein Bienenschwarm – wer eine Region attraktiv machen will, sollte die Perspektive der Schwarmregion mit derjenigen der Nestregion verbinden.