Wie dieser Mann die Möbelbranche revolutioniert

08.05.2014

Made.com verkauft Designmöbel zu bis zu 70% des Ladenpreises. Die E-Commerce-Plattform verzichtet auf Laden, Lager und Zwischenhändler. Und gehört zu den schnellstwachsenden Unternehmen Englands.

Rabattangebote machen alle Onlinehändler, ­ aber 70% auf den Ladenpreis dürften eher die Ausnahme sein. Nicht für Made.com. Die E-Commerce-Plattform bietet Designmöbel zu niedrigen Preisen.

Was nach einem Paradox klingt, ist in Wirklichkeit ein ausgeklügeltes Geschäftsmodell: Ein User sieht auf der Website eine Design-Lampe, die er/sie kaufen möchte. Made.com bestellt die Lampe direkt beim Hersteller, ohne Importeuren und Zwischenhändlern Abgaben zahlen zu müssen. Die Kosten für Raummieten kann sich der Onlinehändler ebenso sparen. Die Differenz wird an die Kunden weitergereicht.

Gründer und CEO Ning Li, ­ Referent an der GDI-Handelstagung 2014, ­ wagt mit Made.com die Revolution der Möbelbranche: Ein Möbelgeschäft ohne Warenhaus, ohne Lagerräume und ohne Zwischenhändler. Und nicht nur die Kunden profitieren von seiner Idee. Designer können auf Made.com Möbel-Entwürfe anbieten, die erst dann produziert werden müssen, wenn Kunden sie auch wirklich kaufen wollen. Das maximiert die betriebliche Effizienz, reduziert den Abfall, ­ und Design-Talente können sich auf der Plattform profilieren.




Ning Li hatte seine Geschäftsidee, als er mit dem Lohn aus seinem ersten Job beinahe ein Sofa für 3000 Euro erwarb. Kurz vor dem Kauf fragte er einen Freund, einen Möbelhersteller, um Rat. Der sagte ihm, dass er zufälligerweise genau dieses Sofa bei ihm direkt beziehen könne – ­ für 300 Euro. «Daraus müsste man ein Unternehmen machen können», erinnert sich Li im Vortrag unten. Und das tat er: Investoren sprachen 2,5 Millionen Pfund, und heute gehört Made.com zu den schnellstwachsenden Tech-Unternehmen Grossbritanniens.




Ning Li stellt Made.com an der GDI-Handelstagung 2014 zum Thema «Retail 2020» vor. Melden Sie sich an!