Wellness im Digital Age: Alles für das beste Ich

18.10.2018

Selbstoptimierung ist zum Lifestyle geworden. Durch digitale Technologien lernen wir unser Ich immer besser kennen. Das wirkt sich auf die Wellness-Industrie aus. Nicht nur in Form von steigenden Anforderungen, sondern auch in einer Vielzahl neuer Möglichkeiten.

Dieser Text ist ein Auszug aus der GDI-Studie «Wellness 2030 – Die neuen Techniken des Glücks», die als kostenloser PDF-Download verfügbar ist.

Wir betreten das Zeitalter der «Technologies of the self» – Techniken, um den eigenen Körper, die Gedanken und das Verhalten zu steuern. Es geht dabei nicht mehr nur darum, Lebensbedingungen zu verbessern, sondern den Menschen selbst zu optimieren – von Smart Assistants und Krankheitsprävention über die Verbesserung der menschlichen Biologie bis zur lebensverlängernden Seins-Erweiterung. Keinen Wirtschaftszweig betrifft die technologische Entwicklung bei der Selbstoptimierung mehr als die Wellness-Branche. Die Ansprüche an sie sind deutlich gestiegen. Gleichzeitig eröffnen digitale Technologien auch neue Chancen. Drei Faktoren spielen eine zentrale Rolle für die Branche:

Hyperkonnektivität: Alles ist mit allem vernetzt. Das bedeutet das Ende der industriellen Silos. Wissen, das für bestimmte Unternehmen definiert war und auf isolierten Unternehmensservern gestapelt wurde, wird vernetzt. Hyperconnectivity verspricht enorme Effizienzgewinne. Wer gut vernetzt und besser über menschliches Verhalten, Körperfunktionen und Gesundheitsprobleme informiert ist, kann Geschäftsmöglichkeiten schneller erkennen und neue Services entwickeln.

Disintermediation: In den letzten Jahren haben wir viel über Hard- und Software, über physikalische Materie und technisches Engineering gesprochen. Das ist vorbei. Die wertvollsten Unternehmen sind diejenigen, die am besten mit vielen komplexen Daten umgehen können. Die Qualität der Daten entscheidet über die Qualität der Service-Angebote. Der Fahrdienst Uber beispielsweise wäre ohne ein hervorragendes Datenmanagement, das permanent verbessert wird, niemals so erfolgreich. Solche Unternehmen haben den direkten Zugang zum Kunden. Schnell, flexibel, präzise reagieren sie auf jeden Wunsch. Für etablierte Unternehmen ist das eine Herausforderung: Können sie sich anpassen, oder werden sie von neuen und besser positionierten Start-Ups aus dem Geschäft gedrängt?

Entanglement – die Symbiose zwischen Mensch und Technologie: Wir können uns nicht mehr unabhängig von unserer Natur oder unserer Technik verstehen, sondern nur als Teil einer Gesamtheit. In der Aufklärung war der Fortschritt analytisch. Heute ist er synthetisch – statt neue Welten zu entdecken, kreieren wir sie. Und wir sind immer mehr mit dem verflochten, was wir geschaffen haben. Natürliches und Künstliches lässt sich nicht mehr wirklich voneinander unterscheiden. Die Möglichkeiten der Technik scheinen sich mit jedem Schritt auszuweiten und noch unbekannte Bedürfnisse zu schaffen. Das erklärt auch die steigende Bedeutung der Selbstoptimierung. Körper und Geist werden entschlüsselt, Diagnose und Prognose stetig besser. Neue Therapiemöglichkeiten heilen nicht nur Kranke, sondern helfen auch Gesunden, ihre Potenziale zu erweitern.

Well-being und Happiness wurden in den letzten Jahrzehnten ein immer zentralerer Teil unserer Wahrnehmung von Gesundheit und Wellness. Das schafft neue Bedürfnisse, auf die die Industrie reagieren muss. Professionelle Strukturen müssen aufgebaut, neue Marken geschaffen, klare Differenzierungen im Angebot entwickelt werden. Hohe Einstiegslevel aufbauen, um Margen sichern und Innovationen entwickeln zu können, wäre ein erster Schritt. Doch während die Digitalisierung rasant voranschreitet, herrschen in der Branche noch die Denkweise der Industrie und analoge Emotionalität vor. Umso wichtiger ist es, die Möglichkeiten analoger Stärke mit Hightech-Insights zu vernetzen.

Mehr zu den neuen Techniken des Glücks in der Studie «Wellness 2030».