Was wir an «Online-Privatsphäre» missverstanden haben

"Wir haben keinen grossen Konsens darüber, was Online-Datenschutz eigentlich bedeutet, und das meiste von dem, was auf dem Tisch liegt, widerspricht grundsätzlich dem Wettbewerb", schreibt der Tech-Vordenker und GDI-Sprecher Benedict Evans in einem Blogbeitrag.

Benedict Evans

Nachdem die Online-Werbebranche jahrelang das Verhaltenstracking perfektioniert hat, scheinen die Tage der Cookies nun gezählt zu sein. Apple und Google stehen an der Spitze einer neuen Datenschutzliga der Tech-Giganten – so scheint es zumindest. Allerdings müssten wir erst noch ein gemeinsames Verständnis davon entwickeln, was «privat» überhaupt bedeutet, schreibt der Tech-Vordenker Benedict Evans. Er fragt: «Selbst wenn die Technik funktioniert und die Branche eine Art Konsens hinter einem solchen Projekt finden kann (beides sehr wichtige Fragen), wäre es dann wirklich privat? Wie wirkt sich das auf den Wettbewerb aus? Was zählt als 'privat', und wie kann man 'private' Systeme bauen, wenn wir das nicht wissen?»

Evans zufolge behauptet beispielsweise Apple, dass die Privatsphäre gewahrt bleibe, solange das Unternehmen nur unser Verhalten auf unseren Geräten verfolgt. «Aber auf der Grundlage der gleichen Theorie hat Apple auch ein Scansystem entwickelt, das es für völlig privat hält – 'es passiert nur auf deinem Gerät!' – was zu einem riesigen Rückschlag in Sachen Datenschutz geführt hat, weil eine Reihe anderer Leute denken, dass es überhaupt nicht 'privat' ist, wenn dein Telefon deine Fotos scannt», schreibt Evans. Er fragt: «Warum sollte es für eine Website in Ordnung sein, nachzuverfolgen, was Sie auf dieser Website tun, aber es ist nicht ok für Werbetechnologieunternehmen, Sie über mehrere verschiedene Websites hinweg zu verfolgen?»

Lesen Sie Benedict Evans' vollständigen Blogbeitrag hier.

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