Warum Online-Shopping Bäume tötet, und wie Gras sie retten könnte

17.03.2020
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Nicht nur in Zeiten von Hamster-Einkäufen: Online-Shopping boomt. Die Konsequenzen für den stationären Handel sind gravierend – aber auch für die Umwelt. Dagegen will Uwe D’Agnone etwas tun. Warum er dabei auf Gras setzt, erklärt er an der 70. Internationalen Handelstagung.

148 Millionen Päckli hat die Schweizerische Post 2019 befördert. Das sind durchschnittlich 17 pro EinwohnerIn – über 40 Millionen mehr als noch vor zehn Jahren. Für diese Zunahme verantwortlich ist insbesondere der Online-Handel. Der macht nicht nur der Logistik der Post zu schaffen, sondern auch der Umwelt. Nicht nur, weil durch den steigenden Pakettransport mehr CO2 ausgestossen wird. Sondern auch, weil das Verpackungsmaterial selten nachhaltig produziert wird. Ganze Wälder werden dafür abgeholzt. Und zur Verarbeitung von Holz zu Karton braucht es eine Menge Chemikalien. 

Das will Uwe D'Agnone, Geschäftsführer von Creapaper, einem Rohstoff-Hersteller für die Papierindustrie, ändern. Statt 100 % Holz- verwendet er mindestens 50 % Grasfasern als Grundlage für seine Kartonagen. Der grosse Vorteil dabei: Gras wächst schnell nach und findet sich direkt vor der Haustüre. D’Agnones Produkt ist ein Erfolg. Grossverteiler wie Rewe setzen etwa im Frischebereich bereits seit einiger Zeit auf sein «Graspapier». Aber auch stabilere, für den Versand geeignete Verpackungen können mit der Technologie D’Agnones hergestellt und so auch das Online Shopping ein bisschen nachhaltiger gestalten.

Mehr zur Herstellung und der Idee hinter dem Graspapier in diesem Video: