Vertical Farming: Gewächshaus im Supermarkt

«Hier wachsen Kräuter», steht auf den Mini-Gewächshäusern, die seit Ende 2018 in sechs ausgewählten Migros-Filialen zu finden sind. «Vertical Farming» nennt sich das Ganze und soll, im grossen Stil eingesetzt, den Wasserverbrauch im Vergleich zur herkömmlichen Landwirtschaft um 95% senken. GDI-Researcherin Christine Schäfer kennt die Vor- und Nachteile der neuen Methode.

«Vertical Farming wird als eine Möglichkeit gehandelt, wie in Zukunft zehn Milliarden Menschen ernährt werden können. Die Methode ist jedoch aufgrund des hohen Energieverbrauchs nicht unumstritten», sagt GDI-Trendforscherin Christine Schäfer im Interview mit der Schweizer Pendlerzeitung 20 Minuten.

Indem man den Anbau direkt in die Läden verlege, könne man die Konsumenten mit der neuen Anbaumethode vertraut machen, so Schäfer: «Wenn man immer nur darüber liest, wirkt Vertical Farming viel abstrakter, als wenn das Gewächshaus plötzlich in der Migros steht und man selbst reinschauen kann.» Zudem würden Unternehmen sich so als nachhaltig und zukunftsgerichtet präsentieren wollen.

Vertical Farming

Für manche Kunden dürfte das Vertical Farming aber auch abschreckend wirken. Der Konsument könnte es als unnatürlich empfinden, wenn die Kräuter in einer Nährlösung statt im Schweizer Boden wachsen, gibt die GDI-Trendforscherin zu bedenken. Dafür seien die Pflanzen jedoch nicht mehr wie früher Umwelteinflüssen und den Folgen des Klimawandels ausgesetzt.