Tourismus: Wie Kunden zu Dienstleistern werden

K.I. wird es einfacher machen, touristische Aktivitäten anzubieten. Für jedermann, jederzeit. Gleichzeitig wird das Reiseerlebnis durch das detailliertere Feedback der smarten Assistenten noch besser.

Der nachfolgende Text basiert auf einem Auszug aus der GDI-Studie «Unterwegs mit smarten Assistenten», die Sie über unsere Website beziehen können.

Smarte digitale Assistenten dürften den Tourismus in den kommenden zehn Jahren mindestens so prägen, wie es Smartphones in den vergangenen zehn Jahren getan haben. Für den Reisenden werden smarte Assistenten zum persönlichen Reisebüro, Navigator, Übersetzer oder Tour-Guide, und sie übernehmen jegliche administrativen Aufgaben wie Ticketkäufe oder Check-ins. Sie werden besser über unsere Interessen Bescheid wissen und unsere Vorlieben genauer kennen, als fremde Auskunftspersonen das je können werden. Das verändert nicht nur die Reiseerfahrung der Gäste, sondern auch den Alltag für touristische Leistungsträger wie Restaurants oder Museen.

So wird es einer breiteren Masse von Menschen ermöglicht, selber Leistungsträger zu werden. Wer über eine Ressource wie eine Wohnung, ein Auto oder auch einfach Ortskenntnisse verfügt, kann sie schon heute online anbieten. Digitale Plattformen wie getyourguide.ch oder Airbnb übernehmen dabei einen Grossteil der Administrations- und Koordinationsarbeit, was die Einstiegshürden für diesen Markt senkt. Smarte Assistenten werden diese Einstiegshürde noch weiter senken.

Smart Assistants Tourism service provider

Durch eine so tiefe Einstiegshürde kann man selbst als Reisender zum Leistungen anbieten. Fährt jemand im Auto von A nach B und hat noch Plätze frei, macht der Assistent darauf aufmerksam, dass diese Plätze verkauft werden könnten. Suche, Preisvereinbarung und Koordination übernimmt der Assistent im Austausch mit den Assistenten der möglichen Mitfahrenden. Auch unbenutzte Zimmer in einem gemieteten Chalet werden auf diese Weise einfach untervermietet. Wer gut Ski fährt, kann als Skilehrer tätig sein, selbst wenn er oder sie selbst im Skigebiet eigentlich in den Ferien ist. Kunsthistoriker bieten Führungen durch Museen an.

Smarte Assistenten helfen ausserdem dabei, ein Angebot besser an den Markt anzupassen. Ein Assistent fragt beispielsweise beim Gast nach, wie gut das Essen in einem Restaurant gewesen sei. Diese Information wird nicht nur als Rating festgeschrieben, sondern auch mit Informationen zur genauen Bestellung, zur Person und zum Sitzplatz an das Restaurant weitergeleitet oder gar verkauft – falls der Gast damit einverstanden ist. Smarte Assistenten der Restaurantbesitzer durchkämmen diese Daten nach Zusammenhängen. Falls die Ratings von Gästen, die neben der Toilette sassen, immer negativer ausfallen als jene der anderen Gäste, könnte es sich lohnen, auf diesen Tisch ganz zu verzichten.

Die Tourismusindustrie wird sich also grundlegend verändern. Kunden werden selbst zu Dienstleistern, wodurch die Vielfalt der Aktivitäten enorm gesteigert wird. Darüber hinaus werden touristische Leistungsträger wie Hotels oder Bars ein detaillierteres Feedback erhalten, was zu einem besseren Erlebnis für die Reisenden führen wird.