Technik statt Geist – Neue Wege ins Glück

Das Streben nach Glück gehört zum Menschsein. Doch den universalgültigen Code zum Glücklichsein hat bis heute niemand geknackt. Dank neuen Technologien könnte das aber bald möglich werden. Wie, das beschreiben GDI-Forscher in der Studie «Wellness 2030 – Die neuen Techniken des Glücks».

Dieser Text ist ein Auszug aus der GDI-Studie «Wellnes 2030 – Die neuen Techniken des Glücks», die als kostenloser PDF-Download verfügbar ist.

Für die alten Griechen, die Begründer der westlichen Zivilisation, war Glück das gute Leben, eine moralische Errungenschaft also. Das galt primär für einen kleinen, privilegierten Kreis der Bevölkerung, der sich als frei bezeichnen konnte. Mit dem Aufkommen der grossen Weltreligionen dienten die Gläubigen einem höheren Kontext. Etwas, das grösser war als die Menschheit selbst. Das Glück des Menschen lag in den Händen von Gott. Die Nähe zu Gott war mit Leiden verbunden und an Entbehrungen gekoppelt. Wenn man sich jedoch an die Regeln hielt, wurde einem das Glück zuteil.

Im Zuge der Industrialisierung änderten sich die Dinge drastisch. Die Ökonomisierung brachte die Vorstellung mit sich, dass alle ihres eigenen Glückes Schmiedin oder Schmied seien. Glück konnte gewissermassen am ökonomischen Erfolg und sozialen Status gemessen werden.

Bisher hing das Glück von unserer Natur ab, also unseren Genen, die uns eine gute Gesundheit und ein gutes Aussehen ermöglichten. Und es hing von Kulturtechniken ab. Die haben heute auch Einzug in die Wellness-Industrie gefunden. Spa-Rituale nehmen zum Beispiel Bezug auf fernöstliche Praktiken. Immer aber war das Streben nach Glück mit einer menschlichen Anstrengung verbunden; ging es um Religion sogar mit Leiden und Entbehrungen. Es war teuer und zeitaufwändig. Meist dauerte der Prozess ein Leben lang – ohne dass eine Mehrheit tatsächlich das vollkommene Glück gefunden hätte.

Doch heute eröffnet immer leistungsfähigere High-Tech neue Möglichkeiten. Schrittweise setzen wir Chirurgie und Pillen ein und haben unsere Natur so bereits erheblich verändert. Wir sind dabei, die Biologie zu hacken und fangen an, uns neu zu programmieren. Unsterblichkeit – zum Beispiel – wird so zum Engineering-Problem, das irgendwann lösbar sein wird.

Eine Branche ist davon besonders betroffen: die Wellness-Industrie. Sie entwickelt sich immer mehr zu einer Erweiterung der Datenwissenschaft. IT-Konzerne bauen mit neuen Lösungen die Angebote des etablierten Wellness-Markts aus. Silicon-Valley-Pioniere und Biohacker werden zu den neuen Branchenvordenkern. Bisherige Konzepte, die Glück mittels richtiger Haltung, Achtsamkeit oder anderen «Werkzeugen des Geistes» herbeizuführen suchten, werden um technische Instrumente erweitert, die Determinanten des Glücks messbar gemacht. So werden beispielsweise über Wearables oder Apps bereits heute Daten generiert, aus denen auf das aktuelle Befinden des Nutzers geschlossen werden kann. In Zukunft wird unser Verhalten komplett maschinenlesbar sein und so beispielsweise auch auf Wohlbefinden programmiert werden können.

 

Mehr zu den neuen Techniken des Glücks in der Studie «Wellness 2030».