Sternenhimmel statt 5 Sterne: Luxussektor vor Umbruch

16.07.2014

Die Luxuskonsumenten von morgen wollen nicht mehr ihren Reichtum zur Schau stellen, sondern suchen nicht-materielle Erfahrungen. Wie der Handel darauf reagieren kann, zeigt eine neue GDI-Studie, die erstmals an der Handelstagung präsentiert wird.

Luxus kennt keine Krise. Der Markt für hochpreisige Güter ist heute genmäss Schätzungen 217 Milliarden Euro schwer. Bis 2030 sollen eine halbe Milliarde Menschen daran teilnehmen. Und doch ziehen erste Wolken auf: Das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich, zum Beispiel in China, wo Staatschef Xi Jinping der gesellschaftlichen Elite ein Luxusverbot auferlegt hat. Im Westen wird die Exklusivität von Luxus zudem verwässert. Eine Flasche Champagner, einen Burberry-Schal oder eine Nacht im Fünf-Sterne-Hotel kann sich die europäische Mittelschicht heute ab und zu leisten.

Der Aufstieg der Schwellenländer Afrikas und Asiens wird klassische Luxusprodukte wie Schmuck, Limousinen und Handtaschen nicht verschwinden lassen. Dennoch erwartet die Luxushändler im Westen ein Paradigmenwechsel, wie eine bald erscheinende GDI-Studie zeigt.

Die Studie, die an der GDI-Handelstagung erstmals präsentiert wird, zeigt: Die Nachfrage nach Luxus verändert sich gerade. Ging es Konsumenten früher in erster Linie darum, mit ihren Produkten gesehen zu werden, so steht heute die «Kunst des Sehens» im Zentrum. Erfahrungen und Erkenntnisse würden wichtiger als exklusiver Besitz.

  • Die Abkehr vom Gesehenwerden äussert sich in neuartigen Produkten. Zum Beispiel im Blackphone, einem Smartphone, das vor dem Zugriff durch Geheimdienste und Hacker sicher sein soll. Die Gewissheit, unbeobachtet oder unsichtbar zu sein, gilt in Zeiten von permanenter und allgegenwärtiger Überwachung als neue Exklusivität.
  • Die Hinwendung zum Sehen veranschaulicht im Konzept des Hotel Elqui Domos, in Chile. Statt dem Kult um fünf Sterne setzt das Hotel voll auf den Sternenhimmel. Das Resort in der chilenischen Wildnis bietet keine repräsentativen Suiten, sondern einfach eingerichtete Kuppeln, aus denen man den durch kein Stadtlicht verschmutzten Nachthimmel beobachten kann.
  • Wenn Besitz und Sichtbarkeit nicht mehr zählt, müssen Händler lernen, den Verzicht zu inszenieren. Das Warenhaus Selfridges setzt in einer neuen Dienstleistung ganz auf Leere und Ruhe: Der Silent Room im Londoner Laden ist ein Ort, in dem sich die Kunden vom lauten Shoppingstress erholen können, ganz ohne Musikberieselung und Telefongespräche.

Luxus heisst weiterhin, das Richtige zu kaufen. Doch was ist das morgen? Die GDI-Studie «Die Zukunft des Luxus» erklärt, wohin sich die Branche entwickelt, wie Hersteller und Händler auf die neuen Konsumentenbedürfnisse reagieren können und zeigt bereits erfolgreiche Produkte, Services und Konzepte. Seien Sie an der Studienpräsentation an der GDI-Handelstagung vom 11. und 12. September 2014 dabei – melden Sie sich an!