«Smarter lesen», Folge 3: Mirjam Hausers Büchertipps

25.07.2014

Dispute in der südchinesischen See, eine China-Satire und wozu Teenager Social Media wirklich brauchen: Die Lesetipps von Trendforscherin Mirjam Hauser in der GDI-Sommerserie.

Robert D. Kaplan: «Asia’s Cauldron – The South China Sea and the End of a Stable Pacific»
Ein packendes und sehr lesenswertes Buch für all diejenigen, die verstehen möchten, was hinter den – von aussen gesehen lächerlich anmutenden – Konflikten über unbewohnte Eilande wie die Spratley-Inseln steckt. Kaplan zeigt auf, woher die Dispute in der Südchinesischen See rühren, wie die involvierten Nationen (Vietnam, Malaysia, Singapur, Philippinen, Taiwan und natürlich China selber) damit umgehen und wie diese Dispute fundamental mit der künftigen Weltordnung zusammenhängen.

Yan Lianke: «Lenin’s Kisses»
Ein einziges Buch reicht sicher nicht aus, um China zu verstehen. Aber diese rabenschwarze Satire lässt zumindest erahnen, welche gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Dynamiken die Liberalisierungen der 90er Jahre ausgelöst haben. Ein kleines Wunder, dass dieses Werk in China nicht zensuriert wurde.

Danah Boyd: «It’s complicated – the social lives of networked teens»
Dieses Buch steht im Gegensatz zur generellen Schwarzmalerei, dass junge Menschen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, zu Egoisten und passiven Rezipienten werden. Danah Boyd zeigt sehr differenziert auf, wie amerikanische Teenager mit Social Media umgehen und präsentiert Erkenntnisse, wonach sie online gehen, um ihr Leben und insbesondere ihre sozialen Beziehungen zu pflegen.