«Smarter lesen»: Daniela Tenger Büchertipps

27.08.2014

Storytelling als Mittel für die Zukunftsforschung, ein Loblied aufs Liegen – und warum uns Smartphones doch intelligenter machen: Die Lesetipps von Trendforscherin Daniela Tenger.

Sascha Mamczak: Die Zukunft. Eine Einführung
Menschen wollen wissen, was die Zukunft bringt. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass wir sie nie kennen können. Für alle, die sich schon immer gefragt haben, wie die Zukunftsforschung mit diesem Paradox umgeht, gibt dieses Buch Antworten. Es zeigt, mit welchen Methoden wir versuchen, uns ein Bild der Zukunft zu machen. Die Trendforschung kann vom Vergangenen aufs Zukünftige schliessen, mit empirischen Daten Prognosen stellen, oder – und hierfür macht sich Mamczak, Herausgeber der Science-Fiction Reihe des Heyne Verlags, stark – mit kreativen Geschichten mögliche Zukünfte beschreiben. Dieser künstlerische Zugang öffnet neue, ungeahnte Denkhorizonte und schafft Raum für Visionen.

Bernd Brunner: Die Kunst des Liegens
Wir verbringen zwar einen Drittel unseres Lebens liegend, doch trotzdem geniesst das Liegen keinen guten Ruf. Wer liegt, gilt als langweilig, faul und unproduktiv. Bernd Brunner würdigt mit seinem Buch die horizontale Lebensform aus der kulturgeschichtlichen Perspektive: mit Anekdoten, die das Thema von der Steinzeit bis hin zu den neuesten Erkenntnissen der Schlafforschung beleuchten. Ein Plädoyer für mehr Wertschätzung für und gegen die Nebensächlichkeit des Liegens. Oder einfach auch spannendes Buch über ein entspanntes Stück Menschheitsgeschichte..

Marc Prensky: Brain Gain: Technology and the Quest for Digital Wisdom
Unsere Geräte übernehmen immer mehr Aufgaben und damit auch immer mehr Denkaufgaben unseres Gehirns. Machen uns unsere Smartphones deshalb dümmer? Marc Prensky widerlegt diese Befürchtung in seinem Buch und behauptet sogar genau das Gegenteil: bei intelligentem Gebrauch der Technologie seien wir zu noch besseren Gehirnleistungen fähig als früher. Anhand zahlreicher Beispiele zeigt das Buch, wie sich Technologien und unsere Gedächtnisse beflügeln können. Prensky ist vor allem in Bildungskreisen für seine Bücher über die neuen Lerngewohnheiten der Digital Natives bekannt (Teaching Digital Natives, 2005) – mit Brain Gain möchte er seine Ideen nun einem breiteren Kreise vermitteln. Ein spannendes Buch über den digitalen Menschen – auch für Skeptiker der technologischen Entwicklungen.