Silent Commerce – automatischer Konsum durch Calm Tech

Die Dematerialisierung, Demonetisierung und Demokratisierung des Einkaufens hat gerade erst begonnen. Konsum, wie wir ihn heute kennen, wird es nicht mehr geben. Ein Zukunftsszenario ist Silent Commerce. 

Kaffeetassen

Dieser Text ist ein Auszug aus der GDI-Studie «Das Ende des Konsums: Wenn Daten den Handel überflüssig machen»

Ein wachsender Teil des Alltagskonsums (Transaktionskonsum) wird automatisch von Maschine zu Maschine abgewickelt. Wir erleben das derzeit bei Bezahlvorgängen, die immer kürzer und beiläufiger werden und teilweise auch schon völlig kontakt- und kommunikationslos passieren: Was ich aus dem Shop hinaustrage, wird automatisch meinem Konto belastet.

Ermöglicht werden solche Kaufabwicklungen im Hintergrund durch Calm Tech. Eine Technologie, die unsere Aufmerksamkeit so wenig wie möglich beansprucht. Es geht dabei darum, dass sich Dinge, die uns langweilig und lästig scheinen, quasi von selbst erledigen und wir stressfrei und ohne Ablenkung das tun können, was uns wirklich wichtig ist.

Wer entscheidet, was wir kaufen und wo wir kaufen? Mensch oder Maschinen?

Im Alltagsleben wird sich dabei unser persönlicher Assistent – mit unseren persönlichen Prioritäten, Vorlieben und Abneigungen gefüttert – in permanenter Kommunikation mit potenziellen Anbietern befinden. Sie wollen gerne eine Tasse heisse Schokolade trinken, aber nur aus fair angebauten Kakaobohnen? Aber natürlich: Ihr Assistent kommuniziert mit den Assistenten aller umliegenden Cafés und Restaurants, wer eine solche Schokolade anbietet, und prüft dann, ob auch alle anderen notwendigen Bedingungen erfüllt sind (zum Beispiel keine Kinderarbeit, im Restaurant gleiche Löhne für Frauen und Männer, Bezahlung statt in Franken auch in Euro möglich). Wenn mehrere Cafés in der Umgebung alle notwendigen Bedingungen erfüllen, wird der Schokoladenauftrag ausgeschrieben, und das insgesamt beste Angebot bekommt den Zuschlag.

All diese Verhandlungen laufen für die beteiligten Personen völlig unbemerkt ab: Der Konsument bekommt seine heisse Schokolade, der Gastwirt seinen Umsatz. Und die Maschinen übernehmen die Abwicklung.