Rückblick: SRF «Sternstunde» im GDI mit Slavoj Žižek

23.06.2016

Slavoj Žižek, provokativer Gegenwartsphilosoph, würde für eine Brille eine Million Franken zahlen. Was diese können müsste, erklärte der Psychoanalytiker Barbara Bleisch in der Sendung «Sternstunde Philosophie», die am GDI aufgezeichnet wurde.

Moderatorin und Philosophin Barbara Bleisch nennt ihn einen Tausendsassa der Ideen und Worte, Produzent wilder Weltdeutungen, Superstar der Linken und Enfant terrible der Philosophie.

In der aktuellen Ausgabe «Sternstunde Philosophie», aufgezeichnet am Gottlieb Duttweiler Institut, erklärt der provokative Philosophie-Professor und Psychoanalytiker Slavoj Žižek, weshalb solche Zuschreibungen heute viel weniger wichtig sind, als die richtigen Fragen zu stellen.

Denn hinter jeder Zuschreibung steckten eine bestimmte Ideologie, bestimmte Erwartungen an den Menschen. Diese Verhaltenserwartungen zu erkennen, sei nur möglich, wenn man die Welt mit einer bestimmten Bille betrachte, also die richtige Frage stelle.

Was man mit dieser Brille sehen kann, erklärt Poststrukturalist Žižek anhand einer veganen Bio-Schokoladen-Tafel. «Was ich hier sehe, ohne Brille, ist wunderbar: Ich kann Schokolade geniessen und tue gleichzeitig etwas für Mutter Natur. Ich leiste einen Beitrag an die ökologische Stabilität […]. Wenn ich die Brille aufsetzte, sähe ich die Ideologie dahinter. Die lautet: Ich bin konsumorientiert. Anstatt etwas zu tun, das wirklich Veränderung bringt […], zahle ich etwas mehr und kann weiterhin dem Konsum frönen. […] Lassen Sie mich in Ruhe mit grossen politischen Themen, ich habe meine Pflicht gegenüber der Gesellschaft bereits erfüllt».

Wieso eine solche Einstellung nicht der richtige Weg sein könne, erklärt Slavoj Žižek in der am GDI aufgezeichneten «Sternstunde Philosophie».