Pflichtlektüre! GDI-Lesetipps mit Bettina Höchli

21.07.2015

Kids in der Krise, eine Ess-Revolution und ein wiederentdeckter Science-Fiction-Klassiker: Buchempfehlungen für den Sommer von GDI-Forscherin Bettina Höchli.

Robert Putnam: Our Kids. The American Kids in Crisis
Wovon hängt heute ab, was Menschen in ihrem Leben erreichen? Und haben sich diese Faktoren über die Zeit geändert? Der amerikanische Traum verheisst, dass allen die gleichen Erfolge offen stehen, wenn man nur genügend Einsatz mitbringt. Doch in den letzten 25 Jahren haben sich die Möglichkeiten nicht für alle gleich entwickelt – die Chancenungleichheit wächst. Putnam analysiert die zunehmende Ungleichheit in Amerika und wirft Licht auf den grossen Einfluss, der die soziale Klasse heute auf die Leistungen und Möglichkeiten der Amerikaner ausübt. Verstärkt durch sich verhärtende Klassengrenzen, wird es für Menschen aus niedrigen Klassen immer schwieriger aufzusteigen.



Brian Wansink: Slim by Design. Mindless Eating Solutions for Everyday Life
Warum essen wir, was und wie wir essen? Brian Wansink, Professor für Konsumentenverhalten und Ernährungswissenschaften, sagt, dass nur schon kleine Änderungen in unserem Essensumfeld dazu führen können, dass wir gesünder oder weniger essen: Verhaltensökonomie trifft auf Ernährung. Die neuesten Erkenntnisse daraus werden in diesem Buch auf unterhaltsame und leicht zugängliche Art vermittelt. Ob für zuhause, in der Mensa am Arbeitsplatz, der Schulkantine, im Restaurant oder Supermarkt – Wansink hält viele ganz konkrete Tipps und Tricks, Best-Practices und neue Ideen für den Alltag bereit.


Jules Verne: Paris im 20. Jahrhundert
Um die Zukunft zu verstehen, lohnt sich ein Blick zurück. Jules Verne hat 1863 skizziert, wie der Alltag in hundert Jahren aussehen könnte. Das Manuskript wurde lange nicht veröffentlicht, erst mehr als hundert Jahre später von einem Urenkel entdeckt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Verne, Vorreiter der Science-Fiction-Literatur, beschreibt im Buch mit grosser Weitsicht eine durch Technik und Naturwissenschaften getriebenen westliche Welt: gläserne Wolkenkratzer, ein weltweites Kommunikationsnetz, gasbetriebene Automobile und Hochgeschwindigkeitszüge. Der Handel floriert, doch Kunst, Literatur und Musik haben in dieser Gesellschaft keinen Platz. Der junge Protagonist Michel kämpft in diesem düsteren Zukunftsbild mit dem Verlust an Menschlichkeit in einer immer stärker durch Technik geprägten Gesellschaft. «Paris im 20. Jahrhundert» ist heute so spannend, weil es schon vor 150 Jahren unsere Besorgnis über die Gefahren der zunehmenden Technologisierung in einer an Fortschritt glaubenden Gesellschaft vorwegnimmt.