Peter Gloor: «Glücklich sein, kann man lernen»

05.04.2018
Podcast

Was macht uns wütend, wann sind wir gut gelaunt? Self-Tracking-Apps kennen uns besser, als wir es selbst tun. Im SRF-«Treffpunkt» erklärt GDI-Forschungspartner Peter Gloor, wie sein «Happimeter» Glück misst.

Symbolbild Glück

Gibt es bald Geräte oder Apps, die uns Impulse ans Gehirn senden, damit wir besser gelaunt sind? Erste Vorboten dieser Entwicklung gebe es heute bereits mit Apps, die unsere Befindlichkeit messen, erklärt GDI-Forschungsleiterin Karin Frick im SRF-«Treffpunkt». 

«Bei allem was wir tun, hinterlassen wir viele Daten, die Verhaltensmuster erkennbar werden lassen. Aus diesen Mustern kann man beispielsweise ableiten, wie es einem geht», so Frick. Neben physischen Parametern würden die Apps jetzt auch Befindlichkeiten tracken, und uns so einen ehrlicheren Spiegel unseres Zustands vorhalten, als wir uns das oft selber eingestehen würden.

«Heute kann man schon aus der Zeit, die jemand auf seinem Smartphone verbringt, und aus den Apps, die er nutzt, ableiten, ob es ihm oder ihr gut oder weniger gut geht», sagt Karin Frick. Viel verbrachte Zeit auf Facebook sei beispielsweise ein Indikator dafür, dass es einem eher schlecht gehe.

MIT-Forscher und GDI-Forschungspartner Peter Gloor hat eine App entwickelt, die das Befinden ihres Nutzers analysiert. Sein «Happimeter» will Glück messen und voraussagen. Denn, so Peter Gloor: «Nur wenn wir überprüfen können, was uns gut tut, können wir unser Verhalten ändern. Glücklich sein, kann man lernen.»

Das Happimeter des MIT-Forschers Gloor sammelt Daten wie GPS-Location, Herzfrequenz, Bewegung oder Wetter mit Hilfe von Smartwatches. Persönlichkeitscharakteristiken werden zur Auswertung hinzugezogen und die Nutzer müssen vier Mal am Tag angeben, wie sie sich gerade fühlen. Aus dieser Agglomeration von Daten errechnet Gloor den Happy-Index. Sein Ziel ist es, den Glückszustand der Bevölkerung zu verbessern.

Hören Sie den ganzen SRF-«Treffpunkt» hier:

Erfahren Sie mehr zu den neuen Techniken des Glücks in der aktuellen GDI-Studie «Wellness 2030», oder hören Sie unseren Podcast zum Thema.

Peter Gloor wird sein «Happimeter» am 5. Juni 2018 an der Konferenz «A.I. everywhere» vorstellen.