Offenheit im Alter: Wie steht’s mit Sex, Drogen und Tattoos?

«Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an», sang einst Udo Jürgens. Und tatsächlich steigt die Bereitschaft für Experimente mit Drogen und Sex unter den 61- bis 70-Jährigen wieder an.

Der nachfolgende Text basiert auf einem Auszug aus der Studie «Nie zu alt? – Älterwerden zwischen Offenheit und Bewahrung», die Sie über unsere Website beziehen können.

Die neue GDI-Studie «Nie zu alt? – Älterwerden zwischen Offenheit und Bewahrung» zeigt, wie die Empfänglichkeit für Neues mit dem Alter abnimmt. Unter anderem untersucht sie  die Offenheit gegenüber Sex, Drogen, Tattoos und Stil. Erst mal wenig überraschend: Auch sie nimmt mit zunehmendem Alter in der Tendenz ab, wenn auch mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. So sind es gemäss einer im Rahmen der Studie durchgeführten Online-Befragung von je 1000 Personen in der Schweiz und in Deutschland in erster Linie die Jüngeren, die offen sind für neue Erfahrungen mit Sex und Drogen. Während die Lust auf sexuelle Experimente bis zur Altersgruppe der 40- bis 50-Jährigen hoch bleibt, ist sie bei Drogen schon bei den Jungen sehr tief. Und mit steigendem Alter sinkt die Offenheit gegenüber Sex und Drogen erheblich. Allerdings, und das mag unerwartet sein, nur bis zur Altersgruppe der 61- bis 70-Jährigen. Ab dann steigt die Bereitschaft für Experimente wieder an, und zwar sowohl im Bett als auch mit Rauschmitteln.

Offenheit Drogen gross

Bei Tätowierungen sieht es etwas anders aus. or allem Menschen zwischen 16 und 40 Jahren können sichvorstellen, ihren Körper permanent mit Tinte zu schmücken. Ab 40 Jahren hingegen nimmt der Wunsch, sich ein (weiteres) Tattoo zu stechen, rapide ab und stösst bei den 70- bis 80-Jährigen auf so gut wie keine Zustimmung mehr.

Hingegen beschäftigt die Vorstellung, seinen eigenen Stil zu ändern – zum Beispiel Kleider oder Frisur –, Menschen während ihres ganzen Lebens. Bemerkenswert ist, dass die Experimentierfreude in Bezug auf das eigene Aussehen im Alter zwischen 21 und 30 Jahren zwar sinkt, danach aber wieder ansteigt – bis man sich mit 40 gehen lässt.

Die Studie «Nie zu alt? – Älterwerden zwischen Offenheit und Bewahrung» zeigt, dass in einer älter werdenden Gesellschaft Neuheiten langsamer angenommen werden. Aus diesem Grund müssen wir uns darauf einstellen, länger und immer wieder unsere Meinungen, Einstellungen und Verhaltensweisen zu justieren. Offenheit für Neues beschränkt sich demnach nicht mehr nur auf die Jugend, sondern breitet sich vermehrt über alle Altersgruppen aus.