Körpersensoren: Smarte Pflege

In einer immer älter werdenden Gesellschaft sind immer mehr Menschen auf Pflege angewiesen. Vor allem Demenzerkrankte benötigen viel Aufmerksamkeit. Smarte Lösungen wie Körpersensoren unterstützen die Pflegenden.

Demenz Körpersensoren

Dieser Text basiert auf einem Auszug aus der GDI-Trendübersicht «Demenz und Technologie». Zum Download.

Die Digitalisierung macht auch vor der Pflege keinen Halt. Dies bedeutet eine erhebliche Vereinfachung des Alltags für Pflegebedürftige wie Pflegende. Eine dieser Gerontotechnologien sind Körpersensoren. Sie werden ganz nah am Körper getragen, in Ringen, Brillen, Kleidern, Schuhen, am Gürtel, in der Uhr und noch an ganz vielen anderen Orten. Sie messen eine Vielzahl physiologischer Daten: biometrische Informationen und Vitaldaten wie Herzschlag, Schlafqualität, Blutdruck, Hauttemperatur, Sauerstoffsättigung oder Hirnaktivität. Konstante Überwachung dieser Vitalfunktionen ermöglicht eine präzise medizinische Behandlung.

So können beispielsweise Unruhe, Überforderung oder Angst eines Menschen mit Demenz gemessen werden, wenn er oder sie sich in einer als unangenehm oder stressig empfundenen Situation befindet. Diese Informationen können gezielt gebraucht werden, um bei drohenden panischen Reaktionen rechtzeitig zu intervenieren.

Körpersensoren können jedoch auch dazu verwendet werden, Demenzerkrankte zu lokalisieren und in Echtzeit Orientierungshilfe anzubieten. Verschiedene bereits existierende Geräte ermöglichen ein einfaches Tracking des Bewegungsmusters von Erkrankten. Eines dieser Geräte ist der GPS-Tracker «AngelSense». Dieser wird an der Kleidung des Demenzerkrankten befestigt und kann nur von der Pflegeperson entfernt werden. Der Tracker erstellt eine tägliche Übersicht von Orten, Routen und Reisegeschwindigkeit und ermöglicht sogar die Audioüberwachung der unmittelbaren Umgebung. Und die Privatsphäre? Letztlich gilt es abzuwägen zwischen einerseits der Freiheit und Selbständigkeit des Erkrankten und andererseits seiner Sicherheit und auch dem Betreuungsaufwand.

Körpersensoren können also unmittelbare Hilfestellungen in der Pflege von Demenzerkrankten sein. Tatsächlich werden sie schon heute eingesetzt, im frühen Stadium der Krankheit ebenso wie in einem fortgeschrittenen.