Kann der leiden?

25.09.2015

Das menschliche Selbst sei eine Erfindung und nichts als ein Netz von Hirnströmen, sagt der Philosoph Thomas Metzinger. Wenn das stimmt, müsste man es in einem Roboter nachbauen können. Über Chancen und Gefahren von künstlicher Intelligenz spricht Metzinger in der SRF Sternstunde am GDI.

Thomas Metzinger ist den meisten seiner Zeitgenossen voraus. Oder beschäftigen Sie sich auch mit Fragen wie: «Wie können wir verhindern, dass Roboter leiden?»

Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Technisierung und Robotisierung unserer Gesellschaft werden solche Fragen immer relevanter. Doch wie kommt man auf die oben gestellte Frage? Metzinger räumt in seinen Werken mit der Idee des menschlichen Selbst auf. «Niemand ist oder war jemals ein Selbst», beginnt er seinen TEDx-Vortrage in Barcelona und zeigt, wie sich dieser psychologische Grundpfeiler in den Erkenntnissen der Neurowissenschaften auflöst. Das menschliche Bewusstsein sei, vereinfacht gesagt, ein Netz von Hirnströmen, so Metzinger.



Entwickeln sich Technologie und Robotik weiter wie bisher, wird die Möglichkeit, dass wir unser Selbst mithilfe superintelligenter Rechner nachbauen lernen, jedenfalls nicht kleiner. Und deswegen liegt auch eine Ethik für weitentwickelte, autonome und humanoide Roboter nicht so fern, wie es scheint.

Mit der Entwicklung von Robotern beschäftigt sich auch Manfred Hild. Hild leitet das Labor für Neurorobotik der Hochschule für Technik in Berlin und hat den weltweit ersten lernfähigen humanoiden Roboter gebaut, Myon. Myon soll aus Umwelteindrücken lernen, wie ein Kind.

Hild und Metzinger – und Myon – treffen aufeinander, wenn am GDI die «SRF Sternstunde» aufgezeichnet wird. Die Sendung hat den Titel « Künstliche Intelligenz – Hat der Mensch ausgedient?» und beschäftigt sich mit den Chancen und Gefahren der Robotisierung für unsere Gesellschaft.  Die Sendung wird am 11. November am GDI aufgezeichnet – melden Sie sich jetzt an!