Javier Goyeneche: «Das Fashion-Geschäftsmodell funktioniert nicht»

30 Minuten – so lang nutzen wir im Durchschnitt eine Plastiktüte. Danach werfen wir sie weg. Nicht selten landet sie am Ende im Meer, so wie 5 bis 13 Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr. Javier Goyeneche macht daraus Kleidung. Hier und an der GDI-Handelstagung erklärte er sein Geschäftsmodell.

Müll am Strand
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Javier Goyeneche hat Plastikmüll den Kampf angesagt. Auf Ausflügen mit Fischern in Spanien sah er, wie sie neben Fischen auch Tonnen von Müll in ihren Netzen an Land zogen. Eine derzeitige Schätzung des globalen Eintrags von Plastikmüll in die Meere geht von 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen pro Jahr aus. Das meiste bleibe für uns unsichtbar, sagt Goyeneche, denn 75 Prozent des Abfalls im Meer schwimme unter der Wasseroberfläche. Und lande letzten Endes in kleinen Teilchen im Körper der Meeresbewohner. Ein Drittel aller Fische sei heute schon mit Mikroplastik belastet.

Darum kämpft Goyeneche gegen die Verschmutzung der Meere an. Der Spanier ist Präsident und Gründer der nachhaltigen Modemarke Ecoalf. Bei Ecoalf gehe es um neue Technologien, Forschung und Entwicklung und um Innovation – und nicht etwa darum, Omas alte Decke zu einem Rock umzunähen. 450 Stoffarten hat Goyeneche schon aus rezyklierten Plastikflaschen, Reifen, Fischernetzen oder sogar Kaffee entwickelt. Und der Pionier für nachhaltige Mode hat weitere grosse Pläne, denn er ist überzeugt: «Das Fashion-Geschäftsmodell von heute funktioniert nicht.»

Wie er mit seinem Unternehmen Ecoalf rezyklierte Kleidung herstellt von der gleichen Qualität wie nicht rezyklierte, das beschreibt Goyeneche hier im Video: