Infografik: Wie KI das Gesundheitssystem neu sortiert 

Das Gesundheitssystem erfährt eine fundamentale Umwälzung. Präzisere Daten und künstliche Intelligenz ermächtigen Patienten und Pflegepersonal, Analysen und Behandlungen durchzuführen, die früher nur von Spezialisten bewältigt werden konnten. Verschwinden dadurch Arbeitsplätze?

Der nachfolgende Text basiert auf einem Auszug aus der GDI-Studie «Next Health», die Sie über unsere Website beziehen können.

Die Digitalisierung bietet die Chance, die steigenden Kosten im Gesundheitssystem einzudämmen. Denn durch die Zusammenarbeit von Algorithmen und Experten können sowohl die Qualität der Leistung als auch die Produktivität der Arbeit erhöht werden.

Aufgaben, die bislang nur durch Experten ausgeführt werden konnten, können dank technischem Fortschritt, präziseren Daten und künstlicher Intelligenz auch von geringer qualifizierten Arbeitskräften in einem weniger spezialisiertem Umfeld bewältigt werden, ohne dass die Qualität der Versorgung sinken muss. Das wiederum trägt zu einer Steigerung der Arbeitsproduktivität des Gesundheitswesens bei. So können PflegerInnen Krankheiten behandeln, für die früher ein Arzt zuständig war, oder HausärztInnen Krankheiten behandeln, für die früher Spezialisten erforderlich waren.

Disruption Gesundheitssystem
Disruption in den Gesundheitsinstitutionen

Ein Beispiel dafür, wie neue Technologien das Gesundheitswesen umwälzen können, ist die Behandlung von Diabetes. Vor 1980 konnten Patienten mit Diabetes nur über Dritte wissen, ob sie anormale Glukosewerte hatten. Sie benutzten einen oft ungenauen Urintest oder besuchten einen Arzt, der eine Blutprobe entnahm und dann den Glukosegehalt an einem teuren Laborgerät mass. Heute haben die Patienten Miniatur-Blutzuckermessgeräte überall mit dabei. Sie kontrollieren ihre Krankheit, die früher viel mehr professionelles Engagement erforderte, nun selbst und erhalten eine weitaus höherwertige Versorgung, die viel bequemer, effizienter und kostengünstiger ist.

Freiwerdende Ressourcen bei dem jeweils übergelagerten Leistungserbringer können für die Behandlung komplexerer Krankheiten eingesetzt werden. So können sich die Leistungserbringer im Gesundheitssystem auf die Gebiete spezialisieren, die ihrer Expertise am besten entsprechenden.

Daten revolutionieren das Gesundheitswesen

Die Zukunft des Gesundheitswesen hängt davon ab,

  • was gemessen wird am einzelnen Menschen und in der Gesellschaft;
  • wie Daten bearbeitet und geteilt werden;
  • wie Menschen und Maschinen zusammenarbeiten;
  • wie sich künstliche Intelligenz weiterentwickelt;
  • welche Hilfsmittel Patientinnen nutzen – z. B. Google oder einen Symptom-Checker;
  • ob wir den Algorithmen vertrauen.

So macht die Disruption des Gesundheitssystems durch KI deutlich: Gesundheitsprobleme sind immer auch Informationsprobleme. Die Zukunft des Gesundheitswesens und die Geschwindigkeit seines Fortschritts hängen entscheidend von den Informationssystemen ab, die eingesetzt werden.