GDI und ETH gemeinsam am World Economic Forum in Davos

Das Gottlieb Duttweiler Institut hat in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich eine Podiumsdiskussion zum Thema «Das Ende des Konsums» am World Economic Forum in Davos organisiert. Hier die wichtigsten Aussagen vom Panel:

Der Handel wird zunehmend aufgelöst. Geschäfte sind im Begriff, zu Vergnügungszentren zu werden. Verantwortlich für den Wandel sind neue Technologien und eine nachlassende Bedeutung von Besitz. Uns erwartet das Ende des Konsums, wie wir ihn heute kennen. Das sind Erkenntnisse aus der Studie «Das Ende des Konsums», die das GDI in Zusammenarbeit mit KPMG 2019 veröffentlicht hat und worum es auch in Davos ging.

Die Podiumsdiskussion wurde von Chris Luebkeman, Berater des Präsidenten und der Schulleitung der ETH Zürich, moderiert. Mit dabei waren Monique Morrow, Präsidentin und Co-Founder von The Humanized Internet, Stephan Fetsch, Partner, Deal Advisory-Valuation, EMA Head of Retail von KPMG, und David Bosshart, CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts.

Laut «Das Ende des Konsums» ist die Musikindustrie die Blaupause für die Zukunft des Handels. Die wurde von Streaming-Anbietern wie Spotify oder Apple Music völlig transformiert. Konsumenten sehen sich selber längst nicht mehr als Besitzer, sondern als Nutzer.

Aber was ist Konsum? «Es beginnt mit einem Bedürfnis oder Wunsch und durchläuft einen Prozess, wie etwa dem Suchen und letztlich dem Kaufen der Ware», sagte David Bosshart zu Beginn der Diskussion. «Heute ist dieser Prozess neu definiert. Es steht einem alles direkt und nahezu in Echtzeit zur Verfügung. Die Konsumenten lieben Convenience.»

«Ich vermisse die Ethik in dieser Diskussion», gab Monique Morrow zu bedenken. «Wer entwickelt die Technologie, die die Treiber hier sind? Wir müssen uns bewusst sein, wie und aus welchem Grund wir Technologie erschaffen. Wir müssen diesen Grund erklären können. Wer schaut auf wen? Wie sieht das Steuerungsmodell aus?»

Stephan Fetsch blies ins selbe Horn: «Wir brauchen eine neutrale Instanz, um einzugreifen, und das könnte das sein, was ich als Regulierungsbehörde bezeichne.»

Zwar werden Menschen weiterhin physische Grundbedürfnisse durch Waren befriedigen. Doch die Art, wie Begehrlichkeit für diese Waren geweckt, durch welche Lieferkette sie geschleust werden und wie sie zum Konsumenten gelangen, verändert sich grundlegend.

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