Feldwirtschaft im Untergrund: Paul Myers Agrar-Revolution

20.02.2020

Paul Myers hat ein Ziel: Der Biologe will unsere Beziehung zum Essen verändern. Die traditionellen Produktionsmethoden seien in einer immer urbaner lebenden Gesellschaft nicht mehr nachhaltig. Myers Alternative liegt mitten in der Stadt und unter dem Boden.

Paul Myers

2050 werden laut Weltgesundheitsorganisation mehr als 70 % der Menschen in urbanen Gebieten leben. Der Nahrungsmittelanbau jedoch findet in ruralen Gegenden statt. Das sei weder nachhaltig, noch könne so die Versorgung der wachsenden Stadtbevölkerung abgedeckt werden, meint Paul Myers, Mitgründer des Start-Ups Farm Urban

Es müsse ein Neudenken der Produktionsmethoden stattfinden. «Pestizidfrei und weg von der traditionellen Feldbewirtschaftung mit Pferd und Traktor, die fortwährend den Planeten zerstört, hin zu einem nachhaltigen Ansatz», beschreibt der promovierte Biologe den notwendigen Wandel. 

So liegen die «Felder» von Farm Urban zum Beispiel in den alten Gewölbekellern einer ehemaligen Zuckerfabrik mitten in Liverpool. Statt aus dem Erdboden wachsen Salat, Pak Choi, Petersilie und Basilikum hier aus Watte. Sonnenlicht wird durch rosa LED ersetzt. Das Grünzeug wächst prächtig und wird ein Stockwerk höher direkt in der dort angesiedelten Schulkantine verarbeitet.

Mit der britischen Zeitung «The Guardian» sprach Myers darüber, wie er mit Farm Urban nicht nur die Produktion von Nahrungsmitteln, sondern unser gesamtes Verhältnis dazu verändern will – und warum er trotz Hürden an den Erfolg seines Geschäftsmodell glaubt:

«The Guardian», 26. Dezember 2019: «"This is the farming of the future": the rise of hydroponic food labs»

Paul Myers ist Referent an der 70. Internationalen Handelstagung des GDIs, die vom 10. bis am 11. September 2020 stattfinden wird. Jetzt zum Early-Bird-Preis anmelden!