Durch Metadaten Verbrechen voraussehen – und Kundenverhalten

23.08.2018
Video

«Metadaten sind aussagekräftiger als Sprache», sagt Alex Pentland. Mit seinem Team untersucht der MIT-Professor zum Beispiel die anonymen Metadaten von Handys und gewinnt dadurch neue Erkenntnisse über unser Verhalten. Pentland spricht darüber in einem Video und an der Academy of Behavioral Economics 2019 im GDI.

Dank Handydaten können Verbrechen verhindert werden – zum Beispiel durch die Aufzeichnungen von Sendeantennen. Sie zeigen, wo sich ein Mobiltelefon befindet und in welchem Umkreis es sich bewegt. Diese Informationen haben der Informatik-Professor Alex Pentland und sein Team vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) erforscht und sie mit Polizeidaten zu kriminellen Handlungen aus der gleichen Umgebung und im gleichen Zeitraum abgeglichen.

Pentland fand dabei heraus, dass mehr Verbrechen verübt wurden, wenn an einem Ort plötzlich mehrere noch nie dort eingeloggte Handys auftauchten – mit anderen Worten: Wenn Gruppierungen sich an einem neuen Ort treffen. Das erzeuge sozialen Stress. Etwa wenn in einem Park, der bisher nur von alten Menschen frequentiert wurde, auf einmal immer mehr Jugendliche auftauchen.

Menschliche Verhaltensmuster anhand anonymer Metadaten – eben zum Beispiel der Aufzeichnungen von Sendeantennen – zu analysieren, sei oft aufschlussreicher als den Inhalt einzelner Telefongespräche oder Textnachrichten zu untersuchen, meint der renommierte Datenwissenschaftler. Und das gelte nicht nur für die Prävention von Verbrechen, sondern beispielsweise auch bei der Gestaltung eines erfolgreichen Kundenmarketings. Wie sich Unternehmen die Resultate seiner Forschung zu Nutzen machen können, erklärt Alex Pentland im Video:

Alex Pentland ist Referent an der sechsten Academy of Behavioral Economics vom 30. Januar 2019.