Dreidimensional und auf allen Kanälen: Handel morgen

02.10.2013

Was müssen Händler tun, um angesichts drohenden Nullwachstums die
Zukunft zu meistern? Dieser Frage ging Mitte September die 63.
Internationale Handelstagung im GDI Gottlieb Duttweiler Institute nach –
und fand Antworten.

Die Funktion des stationären Handles verändert sich. Physische Geschäfte dienen immer weniger dazu, Produkte und Waren vor Ort verfügbar zu machen. Das Erleben von Produkten und Marken steht im Vordergrund, das materielle Erfahren gegenüber dem virtuellen, abstrakten Einkaufen im Netz. Hier muss der stationäre Händler einen Mehrwert bieten. Die individuelle Beratung erlebt deshalb eine Renaissance; der soziale Aspekt des Einkaufens gewinnt an Bedeutung und bietet neue Chancen für den stationären Handel. Besonders für stationäre Händler gilt: Wer die Technologie nicht beherrscht, den beherrscht sie bald. Sucharita Mulpuru-Kodali, Analystin und Tech-Expertin bei Forresters, empfahl den Anwesenden, bei der Implementierung neuer technologischer Möglichkeiten die richtigen Schwerpunkte zu setzen und sämtliche Kanäle miteinander zu verbinden: Die Zukunft geböte «omnichannel», auf allen Kanälen präsent zu sein: Alle Technologie hilft nicht, wenn ein Unternehmen nicht die passenden Mitarbeitenden findet. Wer die besten Mitarbeiter will, erklärt Hans-Werner Schrader, langjähriger Manager bei der Otto Group und heute deren CEO, der muss zuerst seine Führungskräfte zu den besten auf dem Markt machen. Dazu muss ein Unternehmer vier Dinge begreifen und miteinander verbunden in die Tat umsetzen: Ein Markt mit grossem Potential für die Zukunft , das wurde an der Tagung in Rüschlikon klar, ist der 3-D-Druck. Marleen Vogelaar repräsentierte Shapeways, zugleich Druck-Dienstleister und Marktplatz für 3-D-Objekte. Vogelaars Referat dauerte nur fünfzehn Minuten. Fast doppelt so lange musste die Shapeways-CSO Fragen aus dem Publikum beantworten, das sich äusserst interessiert an diesem Trend zeigte. Wir haben die wichtigsten Fragen nochmals gestellt: Einen thematische Abschluss der Veranstaltung unternahm Götz W. Werner, Gründer und CEO von dm-drogerie märkte. Ein Grandseigneur des deutschen Handels, stellte Werner, den man auch als Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens kennt, die Fragen nach Wachstum, nach neuen Märkten und ganz generell nach der Funktion eines Unternehmens grundlegend neu.