Douglas Rushkoff: «Menschsein ist ein Mannschaftssport – das ignorieren Technologie und Kapitalismus»

Technologie solle wieder zu einem Werkzeug, nicht zu einem Feind der Menschen werden. Diese Ansicht vertrat der US-amerikanische Autor, Dozent und Kolumnist Douglas Rushkoff am 16. Europäischen Trendtag des GDI. Sein Referat ist hier als Video zu sehen.

Die Wissenschaft hat den Stellenwert einer Religion eingenommen, sagte Douglas Rushkoff am 16. Europäischen Trendtag des GDI. Wissenschaft sei als Begriff eng verknüpft mit Kontrolle. Francis Bacon, einer der ersten empirischen Wissenschaftler, prägte dieses Verständnis mit dem Bild einer Natur, die durch die Wissenschaft bezwungen und unserem Willen untergeordet werden kann. Dieses Verständnis habe sich festgesetzt, sodass alles, was den Anspruch erhebe, real zu sein, quantifizierbar sein müsse. Wenn es nicht quantifizierbar sei, existiere es nicht, so der US-Amerikaner.

Im digitalen Zeitalter bedeute das auch eine Reduktion der Möglichkeiten, eine Quantisierung: Entweder 1 oder 0. Dazwischen gäbe es nichts. Technologie sei dadurch nie neutral. Die Menschen passten sich der Quantifizierung und der Quantisierung an, versuchten, Maschinen zu imitieren. Sie passten sich der Technologie an. Und das sei durchaus auch Intention, denn wenn Menschen immer besser von Algorithmen gelesen werden können, sei ihr Handeln besser prognostizierbar und beeinflussbar. So könne gezielt auf sie eingewirkt werden, etwa durch Werbung. Technologie solle wieder zu einem Werkzeug, nicht zu einem Feind der Menschen werden, forderte Rushkoff am GDI. Etwa indem sie Menschen dabei helfe, zusammenzuarbeiten und so weiter zu kommen.