Digisphähre: Technologie wird zur zweiten Natur

18.12.2014

Die GDI-Studie «Die Zukunft der vernetzten Gesellschaft» entwirft Szenarien für das digitale Übermorgen: eine Diskussionsgrundlage für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Digitalisierung beschränkt sich bald nicht mehr auf die Welt von Information und Kommunikation. Vielmehr wird in Zukunft alles mit allem verbunden sein wie in der Natur. Die Hardware wird zunehmend verschwinden, es kommt das «Internet nach den Dingen» – ein beinahe magisch vernetztes digitales Ökosystem, in dem sich physische und digitale Lebensformen zunehmend vermischen.
 
Menschen und Maschinen werden noch enger zusammenwachsen. Wir werden Computer und Sensoren so selbstverständlich tragen wie Kleider, sie werden quasi zu unserer zweiten Natur. Ohne unsere technischen Erweiterungen werden wir uns nackt, blind und taub fühlen.
 
Die Verheissungen der Technologie sind paradiesisch, Science Fiction wird wahr. Wir werden besser, länger und angenehmer leben, die Beschränkungen des menschlichen Körpers – und manchmal beinahe die von physikalischen Naturgesetzen – werden aufgehoben. Doch mit den Verheissungen wachsen auch die Anforderungen an Sicherheit, Gerechtigkeit und Freiheit der Vernetzung.
 
Umso drängender werden Antworten auf die Machtfrage im Netz. Die Politik ist zurück. Selbst grosse Player wie Google, Amazon, Apple oder Facebook sind herausgefordert, von Staaten und internationalen Institutionen ebenso wie von Nutzern oder Rebellen.
 
Es geht um nicht Geringeres als um die Neuordnung der Welt. Wie viel Sicherheit ist nötig, wie viel Freiheit möglich? Entscheidend wird sein, wem die Internetnutzer ihr Vertrauen schenken: der eigenen Intuition oder der höheren Intelligenz der Big Data Companies? Dieser Entscheid wird von den Nutzern gefällt. Denn wir sind Teil der digitalen Evolution und nicht ihr Opfer.

Die Studie «Die Zukunft der vernetzten Gesellschaft» ist unter gdi.ch/vernetzung erhältlich.