Die Zukunft der Arbeit: Das Büro ist in der Cloud

Technisch betrachtet sei die Zukunft der Arbeit schon lange da, schreibt GDI-Forscher Stefan Breit. Aufgrund der Corona-Pandemie folge jetzt der Mind-Shift. Remote werde neu zum Standard, on-site zur Ausnahme. Eine Infografik zeigt, wie und wo wir in Zukunft arbeiten werden.

Wer Kopfarbeit macht, arbeitet schon seit vielen Jahren in der Cloud. Anwesenheit ist, technisch betrachtet, schon längst nicht mehr erforderlich. Wir pendeln und arbeiten oftmals nur noch im Büro wegen der KollegInnen, wegen des Tapetenwechsels zum eigenen Zuhause, wegen der Kaffeemaschine, aber vor allem auch, weil wir uns daran gewöhnt haben – aus purer Nostalgie. Das klassische Büro ist obsolet, wenn man mit einem Computer und Internetanschluss überall arbeiten kann. Es ist ein Skeuomorphismus, ein mittlerweile funktionsloses Ornament, das sich am Design vergan­gener Tage anlehnt.

Während der Pandemie wird das Zuhause zum «Castle»

In Europa arbeitet etwas über die Hälfte aller ArbeitnehmerInnen am Computer. In der Schweiz dürfte dieser Anteil, aufgrund der ausgeprägten Dienstleistungsgesellschaft, noch grösser sein. Für viele ArbeitnehmerInnen hat sich das Arbeiten in den letzten Wochen grundlegend verändert: Sie durften nicht mehr ins Büro, sondern mussten für eine längere Zeit von Zuhause aus arbeiten. Das Zuhause wurde also wieder zum «Castle», wo man wohnt, arbeitet und sich in der Freizeit mit anderen Menschen trifft – auf Abstand oder virtuell, wohlverstanden.

Auf den Tech-Shift folgt der Mind-Shift

Technisch betrachtet ist die Zukunft der Arbeit schon lange da, aktuell folgt aufgrund von Corona und der Devise, zuhause zu arbeiten, der gesellschaftliche Wandel – der Tech-Shift ist schon längst passiert, jetzt folgt der Mind-Shift.

Die Entwicklung hin zur Entortung der Büroarbeit wird beschleunigt, weil wir jetzt merken, dass dezentrales Arbeiten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer Chancen bietet, wie zum Beispiel mehr Flexibilität und Effizienz. Remote wird neu zum Standard, on-site zur Ausnahme. Das funktioniert nicht von Anfang an perfekt und für alle gleich gut, doch das wird den langsamen Niedergang der Bürohäuser nicht aufhalten. Es ist wie beim Konsum: Online-Shopping führt zum Lädelisterben, Home-Office führt zum Büro-Sterben. Die frei werdenden Flächen können für andere Funktionen gebraucht werden.

Remote wird zum neuen Standard

Für diejenigen, die am Computer und nicht hinter einer Plexiglasscheibe an einer Supermarktkasse arbeiten, befindet sich das Büro ab jetzt immer in der Cloud. Das bedeutet, dass wir uns von der Vorstellung lösen müssen, dass das Büro ein fixer physischer Ort ist.

Das eröffnet neue Formen der Arbeit, die sich auf einem Spektrum von Alleine – Zusammen einordnen lassen. Das Büro der Zukunft hat somit viele Gesichter.

Eine GDI-Infografik zeigt, wo wir in Zukunft arbeiten werden:

Zukunft der Arbeit nach Corona

GDI-ForscherInnen referieren auch online zur Zukunft der Arbeit.