Die Macht der Hashtags: So funktionieren Protestbewegungen

Entstehen Protestbewegungen in den sozialen Medien? Oder sind sie bloss ein Fundament für Wut und Angst? Jacquelien van Stekelenburg, Forschungsdirektorin im Soziologie-Departement der Vrije Universiteit Amsterdam, hat die Frage untersucht.

Wie funktionieren eigentlich Protestbewegungen? Social Media oder klassische Protestorganisation? Das ist für Jacquelien van Stekelenburg keine Frage des Entweder-oder. Stattdessen gehe es bei Protesten darum, die Stärken der dezentralen Social Media mit denen von lokalen Protestorganisationen zu kombinieren, so die Professorin in einem Interview mit «France 24 English». Soziale Medien seien bloss ein Kanal, so wie es früher Zeitungen oder Fernsehen gewesen seien.

«Wir haben untersucht, wie Menschen im Januar 2011 für den Tahrir-Platz mobilisiert wurden», erzählt van Stekelenburg aus ihrer Forschung. «Und was wir herausfanden, war, dass es sich nicht nur um eine “Facebook-Revolution” handelte, wie sie damals genannt wurde. Vielmehr spielten lokale Aktivistengruppen eine sehr wichtige Rolle bei der Mobilisierung.»

Um soziale Bewegungen aufrecht zu erhalten, eigneten sich soziale Medien sehr gut, nämlich für die Mobilisierung sowie die Bewusstseinsbildung, so van Stekelenburg. «Und das ist, was wir brauchen: Für sozialen Wandel brauchen wir ein soziales Bewusstsein.»

Entscheidend sei, eine kritische Masse hinter sich zu haben. Allerdings erführen Protestbewegungen keinen konstanten Zulauf. Um den Protest nicht abflauen zu lassen, sondern weitere Menschen zu animieren und die Logistik zu gewährleisten, seien lokale Organisationen daher enorm wichtig. Mehr dazu in diesem Video – und am 16. Europäischen Trendtag.