David Bosshart: «Trendforschung ist immer Hebammendienst»

Was kann Trendforschung leisten? Welche zukünftigen Entwicklungen lassen sich heute identifizieren? David Bosshart, CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts, gibt im ZOOM-Gespräch aufschlussreiche Einblicke in die Trendforschung und erklärt kommende Entwicklungen.

David Bosshart

«Trendforschung lotet den Möglichkeitsraum aus», so David Bosshart im Interview mit dem BDO-Kundenmagazin «Zoom». Den Unternehmen wüchsen nach jahrelanger Praxis Scheuklappen. Dadurch drohe ihnen, wichtige Entwicklungen am Markt zu verpassen. Trendforschung öffne da neue Perspektiven, könne aber «immer nur eine Art Hebammendienst erbringen: einer Firma helfen, das Kind zur Welt zu bringen».

Der rasante technologische Fortschritt führe zu einer Wirtschafts- und Lebenskultur, der die Menschlichkeit und Emotionalität tendenziell abgehe. «Hightech» und «Hightouch» –  zwei von Trendforscher John Naisbitt geprägte Begriffe – müssten sich annähern. «Heute beklagen sich viele ja gerade darüber, dass wir zu wenig Menschlichkeit haben.» Trendforschung sei dann gut, wenn sie die qualitative Auseinandersetzung mit der Zukunft inspiriere und weitertreibe.

«Ein Trendforscher ist ein entgegengesetzter Historiker. Die Geschichte der Industrialisierung ist enorm wichtig, um zu verstehen, was heute die Weiterentwicklung der Digitalisierung bedeutet», so Bosshart. Es seien Jahrzehnte vergangen, bis durch Sozialsysteme eine Stabilität einkehrte. Grosse technologische Veränderungen, so wie heute die Digitalisierung, hinterliessen immer ihre Spuren – und nie nur angenehme.

Im weiteren Interview geht es ausserdem um Künstliche Intelligenz, Konsumverhalten, das Gesundheitssystem in der Schweiz und die zukünftige Rolle der USA in der Weltordnung. Hier weiterlesen.