David Bosshart: «Europa wird zum Museum für betuchte Touristen»

Statt von einer Demokratisierung Chinas zu träumen, sollte Europa sich um seine eigene Weiterentwicklung kümmern, so GDI-CEO David Bosshart. Im Interview mit dem «St. Galler Tagblatt» spricht er über die schwindenden Vorteile des alten Kontinents.

David Bosshart

«Wir müssen viel ambitionierter, mutiger und risikobereiter sein», sagt David Bosshart. Zumindest dann, wenn wir EuropäerInnen unseren Wohlstand und unsere Errungenschaften nicht verlieren wollten. Wir seien zu «Prinzessinnen auf der Erbse» geworden – kaum belastbar, mit Mittelmässigkeit zufrieden. Eine problematische Einstellung mit fatalen Folgen: Europa falle technologisch stark hinter die USA und China  zurück.

«Wir träumen davon, dass China sich demokratisiert oder Donald Trump nicht mehr gewählt wird, statt dass wir uns selbst weiterentwickeln. Und wir geben so die Vorteile Preis, die wir industriell hatten», so der GDI-CEO im Interview mit dem «St. Galler Tagblatt». Die Konsequenz: Europa werde zum Museum für betuchte Touristen aus Asien und dem Mittleren Osten auf Firmen-Einkaufstour.