Das Geschäft mit Vintage Fashion wächst schnell

24.09.2014



Während globale Modeketten uns mit austauschbarer Fast-Fashion überschwemmen, gewinnt der Handel mit Second-Hand-Kleidern an Bedeutung. Wie er heute funktioniert, macht Gill Linton mit Byronesque vor.

Muffig. Kein anderes Wort wird im Zusammenhang mit Second-Hand-Kleidern öfters benutzt. «Diese Idee ist sehr veraltet», sagt Gill Linton im Interview nach ihrem Auftritt an der GDI-Handelstagung. «Ob auf E-Commerce-Plattformen oder in Warenhäusern, eine der schnellst wachsenden Kategorien im Modehandel ist Resale», der Wiederverkauf von alten, hochqualitativen Kleidern.Linton weiss wovon sie spricht. 2012 hat sie Byronesque gegründet, eine Webseite, über die sie Mode verkauft. Nebst einem Shop besticht Byronesque mit einem sehr reichhaltigen Editorial-Bereich mit Porträts, Videos und Interviews mit Modemacherinnen und Designern. «Storytelling is key», erklärte Linton dieses redaktionelle Schwergewicht auf ihrer Plattform. Die Geschichten hinter den Kleidern machten sie – und somit ihre Träger – in der Masse diffenzierbar. «Byronessque tritt einen Schritt zurück und re-evaluiert die Bedeutung von Kleidern», so Linton im Interview.Doch auch Offline weiss Linton ihr Unternehmen in Szene zu setzen. Als sie im Dezember 2013 einen Popup-Store lancierte, mussten die Kunden für die Vernissage in ein verlassenes Post-Gebäude in Manhattan pilgern, wo es ihnen nicht einfach gemacht wurde, in den langen, leeren Gänge die richtige Türe zu finden. Doch auch (oder gerade) so fand Projekt viel Anklang.Die Trendwende bei der Second-Hand-Mode zeigt sich übrigens auch im Wortschatz: «Muffig» wurde im Mainstream abgelöst durch «pre-loved». Was so viel bedeutet wie «dieses Stück wurde bereits von seinem vorherigen Träger geliebt».