Crowdfunding: Fluch und Segen für Venture-Capitalists

04.08.2016

Nach welchen Kriterien sucht ein Venture-Capital-Fonds interessante Start-ups aus? Und warum fehlt Wagniskapital in Europa? Diese Fragen beantwortet Mark Schmitz, General Partner beim Wagniskapitalgeber Lakestar, hier – und an der GDI-Handelstagung.

Crowdfunding-Plattformen sind für Wagniskapitalgeber, was Youtube für die grossen Musiklabels war. Das sagte der Deutsche Mark Schmitz, General Partner bei der millionenschweren Beteiligungsgesellschaft Lakestar, unlängst in einem Video-Interview:



«Über diese Plattformen finden wir jetzt viel leichter interessante Firmen, in die wir investieren können.» Auf der anderen Seite hätten die Start-ups aber auch viel mehr Möglichkeiten, direkt an Kapital heranzukommen, ohne dass Venture-Capitalists eingebunden seien.

«Jeder Deal ist hart erkämpft», so Schmitz. Manche Gründer müssten überzeugt werden, überhaupt Geld anzunehmen. Denn längst nicht alle Start-ups benötigten Geld. Und es brauche manchmal viel Überzeugungskraft, die Partnerschaft aufzubauen.

Für die Investitionsentscheide von Lakestar setzt Schmitz auf sein Geschichtswissen: «Ich frage mich: Welche Muster aus der Vergangenheit erkenne ich, die mir etwas über den Erfolg der Branche in der Zukunft verraten können?» So finde er aussichtsreiche Nischenmärkte oder neue Produkte. Unser Transportwesen etwa oder die Art, wie wir heute Daten streamen, seien verbesserungswürdig und damit Geschäftsfelder, in die es sich zu investieren lohne.

Die Tatsache, dass immer mehr US-Firmen in europäische Start-ups investieren, macht Schmitz keine Angst: «Wir sollten uns eher fragen: Warum fehlt das Wagniskapital in Europa?» Ein Grund sei fehlende Expertise: «Im Silicon Valley gibt es viel mehr Leute die wissen, was zu einem bestimmten Zeitpunkt mit einem Start-up zu tun ist.»

Mark Schmitz spricht an der 66. Internationalen Handelstagung.?

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