Conscious Consumerism: Wenn Konsum zum Politikum wird

Konsumentenaktivismus und bewusster Konsum nehmen zu. Immer mehr Menschen kaufen von Marken, denen sie zustimmen – und boykottieren die, denen sie nicht zustimmen. Doch solche bewussten Entscheidungen muss man sich leisten können, wie die GDI-Studie «Globale Konsumproteste» zeigt.

Conscious Consumerism

Der nachfolgende Text basiert auf einem Auszug aus der GDI-Studie «Globale Konsumproteste: Rebellion zwischen Hoffnung und Hype», die über unsere Website bezogen werden kann.

KonsumentInnen verstehen heute immer besser, welche Macht sie haben und treffen ihre Konsumentscheidungen bewusster. Konsum wird heute mehr denn je durch die Moral bestimmt. Denn mit dem Kauf eines einzelnen Produktes unterstützt man – wissentlich oder unwissentlich – auch eine ganze Reihe an vorangegangenen Entscheidungen in Produktion, Verarbeitung, Distribution und Handel. Als Konsumentin muss man sich Gedanken machen, ob man gewisse Unternehmenspraktiken weiterhin unterstützen will, oder ob man sich nach Alternativen umschauen soll.

Unternehmen müssen Stellung beziehen

Bewusste Konsumenten wollen mit ihren Konsumentscheidungen ein Zeichen setzen und eine Veränderung bewirken. So wird Konsum zum Politikum, und Konsumenten unterstützen gezielt Unternehmen, welche für dieselben Werte wie sie selbst einstehen. Andere boykottieren sie.

Marken und Unternehmen sehen sich dadurch immer öfter dazu gezwungen, sich klar zu positionieren und Stellung zu beziehen. Durch die sozialen Medien und neue Analyseinstrumente wird die Gesinnung eines Unternehmens oder einer Marke immer deutlicher sichtbar. Es gibt kaum mehr einen Weg, wie man sich aus der Diskussion herausnehmen kann.

Conscious Consumerism muss man sich leisten können

Diese bewusste Form des Konsumierens setzt ein gewisses Mass an Privilegien voraus. Nicht allen KonsumentInnen stehen die finanziellen Möglichkeiten oder das notwendige Know-How zur Verfügung, um moralische Konsumentscheidungen zu treffen.