Anschläge passieren trotz Massenüberwachung

19.03.2015
Video

Begeistertes Publikum, grosses Medieninteresse: Der erste Schweizer Auftritt von Sarah Harrison (Wikileaks) erregte Aufmerksamkeit. Nach ihrem Talk am GDI-Trendtag beantwortete die Snowden-Vertraute unsere Fragen im Videointerview.

Die gut 250 Teilnehmer des Europäischen Trendtages erlebten eine Schweizer Premiere, als Sarah Harrison, Wikileaks Nummer zwei, die Bühne des Gottlieb Duttweiler Institut betrat. An ihrem ersten Auftritt in der Schweiz beantwortete Harrison eine halbe Stunde lang Fragen zum Thema Überwachung, Privatsphäre und NSA-Whistleblower Edward Snowden.

Im Auftrag von Wikileaks hatte Harrison im Sommer 2013 Snowdens Flucht  aus Hongkong organisiert, 39 Tage mit ihm in der Transitzone des Moskauer Flughafens verbracht, und schliesslich Asyl von Russlands Regierung erwirkt. Harrison sprach über die Folgen von Snowdens Enthüllungen über amerikanische und britische Überwachungsprogramme. Sie betonte, dass es eigentlich die Aufgabe des Staates sei, für Sicherheit und Freiheit seiner Bürgerinnen und Bürger zu sorgen – und nicht, sie zu bespitzeln.

Ausserdem wies die Britin auf die Ineffizienz der Massenüberwachung hin. Die Überwachung der ganzen Bevölkerung sei kein geeignetes Mittel, um terroristische Anschläge zu verhindern: «Wenn man die Nadel im Heuhaufen sucht, bringt es nicht, den Heuhaufen zu vergössern», so Harrison.

Nach dem Q&A, an dem sich auch das Publikum aktiv beteiligte, gab sie dem GDI ein Videointerview.