GDI-Infografik: Zellbasierte Landwirtschaft – Das sind die wichtigsten Start-ups weltweit (Copy)

Die zelluläre Landwirtschaft ist in aller Munde. Bisher allerdings erst im übertragenen Sinne. Bis Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte aus dem Labor auf den Tellern einer breiten Mehrheit landen, dauert es noch einen Moment. Wir zeigen schon jetzt die wichtigsten Player.

«Wir werden der Absurdität entkommen, ein ganzes Huhn zu züchten, nur um die Brust oder den Flügel zu essen, und diese Teile stattdessen separat in einem geeigneten Medium züchten». Das sagte 1931 kein geringerer als Sir Winston Churchill. Was sich damals nach Science Fiction anhörte, ist heute Realität. 2013 wurde in London der erste aus Stammzellen gezüchtete Beef-Burger testgegessen. Dahinter stand ein ForscherInnenteam der Universität Maastricht um Mark Post, heute Chief Scientific Officer von Mosa Meat.

Start-ups züchten Labor-Fleisch und Labor-Milch auf der ganzen Welt

Die Niederländer waren zwar die ersten, die Fleisch aus dem Labor einem breiten Publikum vorstellten. Sie sind heute aber längst nicht mehr die einzigen. Dies zeigt ein Blick auf die GDI-Trendmap zu den wichtigsten Start-ups in der zellbasierten Landwirtschaft.

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GDI-Infografik: Zellbasierte Landwirtschaft – Die wichtigsten Start-ups weltweit

In-Vitro Fleisch vom Zürichsee

Von San Francisco bis Sydney und von London bis Kapstadt tüfteln Start-ups an der Züchtung von tierischen Proteinen im Labor – «Cellular Agriculture» heisst das, kurz «CellAg». Hotspots sind heute in der kalifornischen Bay Area und in Israel auszumachen. Doch auch in Europa und Südostasien wächst die Branche unaufhaltsam. Seit 2019 hat auch die Schweiz mit Mirai Foods in Wädenswil am Zürichsee ihr eigenes CellAg-Startup, das an In-Vitro-Fleisch forscht.

Die zelluläre Landwirtschaft könnte das gesamte Wertschöpfungsnetzwerk der Produktion von tierischen Proteinen verändern. Das Tier ist – bis auf die Entnahme der Stammzellen – nicht mehr Teil der Produktion. Diese findet fast nur noch im Labor statt. An die Stelle von Zucht, Mast, Schlachtung und Verarbeitung treten Protein-Fabriken mit Bioreaktoren, in denen die Stammzellen herangezüchtet werden. Ziel ist, auf diese Weise Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte nicht nur nachhaltiger und tierfreundlicher, sondern auch kostengünstiger zu produzieren. Bis zur Marktreife gibt es aber noch einige Hürden in Bezug auf Skalierbarkeit, Kosten, regulatorische Zulassungen und Akzeptanz der KundInnen zu überwinden.

 

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