Was bekomme ich als «GDI Impuls»-Leser, was ich andernorts nicht bekomme?
Wir bieten Überblick und Unterflächlichkeit. «GDI Impuls» filtert viermal im Jahr aus dem Rauschen von Nachrichten und Meinungen das relevante Neue. Was bedeutet das, was gerade passiert? Was kommt als nächstes? Und wie kann man das, was kommt, selbst gestalten? Und dabei bleiben wir nicht an der Oberfläche, wie es viele den Trendforschern gerne vorwerfen, sondern graben tiefer: nach historischen und gesellschaftlichen Wurzeln, aber auch nach überraschenden Erkenntnissen, die komplexe Probleme aus einer völlig neuen Perspektive beleuchten können.

Wie erkennt man als Chefredaktor eines Wissensmagazins, das sich zukünftigen sozialen und ökonomischen Entwicklungen widmet, welche Trends relevant sind und welche nicht?
«Journalismus ist Quatschen auf dem Flur» hat der «Stern»-Gründer Henri Nannen einmal gesagt. Für «GDI Impuls» würde ich das abwandeln in «Trendjournalismus ist Quatschen mit dem Think-Tank». Jeder Entscheidung für ein Titelthema gehen intensive Diskussionen mit den Researchern des GDI voraus. Dabei kommen sehr unterschiedliche Meinungen, Perspektiven und Informationsquellen zusammen. Gerade wenn es darum geht, die Relevanz neuer Entwicklungen und Technologien einzuschätzen, ist diese Methode extrem hilfreich.

Sie sind seit Ende 2008 Chefredaktor des Magazins. Wie haben Sie die Positionierung des Heftes verändert?
Inhaltlich ist sicherlich der makroökonomische Anteil heute höher, etwa die Beschäftigung mit Währungsfragen oder Perspektiven der Arbeitsgesellschaft. Allerdings würde ich nicht entscheiden wollen, ob das eher auf meinen eigenen Background als Wirtschaftspublizist zurückzuführen ist, oder eher darauf, dass ich zeitgleich mit dem Ausbruch einer Weltwirtschaftskrise meine Position antrat. Formal gesehen ist «GDI Impuls» deutlich journalistischer geworden. Unter anderem lege ich Wert darauf, dass in jedem Heft mindestens eine grosse Reportage enthalten ist – und dass alle Beiträge ohne Fussnoten auskommen.

Auf welche korrekte Prognose der vergangenen Jahre sind Sie noch heute stolz?
Soo viel Zeit ist da ja noch nicht vergangen. Sicherlich richtig lagen wir Anfang 2009 mit der Prognose, dass das Auto dauerhaft an Bedeutung als Statussymbol verliert, oder 2010 mit dem Trend zur «Gamifizierung». Ob die Smartphone-sozialisierten Jugendlichen sich als eine «Generation App» formieren werden, wie 2010 prognostiziert, muss sich hingegen noch herausstellen. Gleiches gilt natürlich für die Prognose von 2011 über ein «Ökosystem von Währungen», das nach dem Zusammenbruch der jetzigen staatsgarantierten Währungen entstehen wird.

Das Heft feiert im Herbst 2012 sein 30-Jahre-Jubiläum. Was wünschen Sie sich für «GDI Impuls» zum Geburtstag?
Grössere Verbreitung im grossen Kanton. Nachdem Deutschlands alte Lieblings-Vorbilder Japan und USA deutlich an Glanz verloren haben, und sich weder in Asien noch in der Eurozone derzeit neue Vorbilder anbieten, liegt es ja eigentlich auf der Hand, dass als nächstes deutsches Vorbild die Schweiz dran sein müsste. Da helfen wir gerne dabei.