Rund um die Welt demonstrieren Menschen gegen Regierungen und Konzerne, gegen Überwachung und Machtmonopole. Gleichzeitig verhärten sich die ökonomischen und sozialen Beziehungen zwischen den Generationen. Und von einem Ende der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, den Ethnien und den Religionen kann global ebenso wenig die Rede sein.

In einer Zeit, die immer stärker von Polaritäten geprägt ist, sind Institutionen gefragt, die Wandel ermöglichen. Eine solche ist Change.org, mit 45 Millionen Nutzern in 196 Ländern global die grösste Petitionsplattform. Erklärtes Ziel von Change.org ist es, «Menschen die Möglichkeit zu geben, sich für die Welt einzusetzen, in der sie leben möchten», wie Paula Hannemann im folgenden Video erklärt. Hannemann ist Deutschland-Chefin bei der Kampagnen-Plattform Change.org und referiert am 19. März 2014 am GDI-Trendtag.


Die 2007 gegründete Plattform erlaubt allen Usern, ihren Anliegen Gehör zu verschaffen, sofern es rechtlichen Standards einhält. Eltern wehren sich dort gegen Mobbing in der Schule ihrer Kinder, Kunden gegen unfaire Bankgebühren oder Bürger gegen Korruption bei Beamten.

Die ersten Erfolge feierte Change.org in den USA. Dort sammelten beispielsweise die Eltern von Trayvon Martin 2,2 Millionen Unterschriften, damit der mutmassliche Mörder ihres Sohnes von den lokalen Behörden verfolgt werde. Auch in Deutschland wirkte die Plattform: Die Telekom musste nach einer durch Change.org losgetretenen Debatte seine Pläne zurückziehen, gewissen Kunden gegen Bezahlung eine bessere DSL-Flatrate-Leistung anzubieten.

Kritiker werfen der Plattform vor, Protest nur als Lifestyle zu inszenieren. Doch ein Blick auf die Erfolge von Change.org zeigt, dass die Plattform mehr erreicht als ein paar Tausend Linkes. Die einfache Handhabung des Protestes ist gerade eine Zutat im Erfolgsrezept von Change.org: In einer polarisierten Welt Menschen die Möglichkeit zu geben, Ungleichheiten aufzulösen und Wandeln voranzutreiben.