«Noch nie waren wir so gut vernetzt, und noch nie waren wir so einsam», sagt Susan Pinker. Pinker ist Psychologin, Autorin von «The Village Effect» – und Keynote-Referentin am GDI-Trendtag 2016. Sie erklärt mit diesem Satz ein Paradox unserer Zeit. Das Internet hat die Welt zum globalen Dorf gemacht. Doch es sind die vitalen Vorteile des Dorflebens, die gemäss Pinker im digitalen Zeitalter verloren gehen.

Die Kanadierin belegt in ihrem Buch, dass direkter zwischenmenschlicher Kontakt zentral ist für das menschliche Lernen und Glücksempfinden, aber auch für unsere Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit. Das sind schlechte Nachrichten für Social-Media-Fans.

Menschen seien dazu programmiert, so Pinker, in direkte Beziehungen zu einander zu treten. Face-to-face-Kontakt sei dabei besonders wichtig: Enge Freundschafts- und Liebesbeziehungen sollen uns helfen zu lernen, unsere Lebenserfahrung zu erweitern und uns glücklich zu fühlen. Auch die lockeren Beziehungen am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft seien wichtig: Dank ihnen könnten wir eine Art Dorf um uns erreichten, von dem wir profitieren könnten. Facebook und Twitter reichten dafür nicht aus, wir brauchen Kontakte in der physischen Welt, so Pinker.


Die Kanadierin kombiniert Erkenntnisse der Social Neuroscience mit der Psychologie. Ihre Recherche führte sie in Metropolen und in sardische Bergdörfer, in Klassenzimmer und in Büros, und ihre Resultate fordern liebgewonnene Gewohnheiten heraus: Wir haben das Dorf aus guten Gründen verlassen und wollen die gewonnenen neuen Technologien nicht aufgeben. Doch Menschen brauchen, so Pinker, enge soziale Beziehungen und echtes Face-time, um aufzublühen – ja, um zu überleben.

Pinker ist Keynote-Referentin am 12. Europäischen Trendtag vom 16. März 2016 am GDI  – melden Sie sich jetzt an!