Dies sind Auszüge zweier Artikel des «GDI Impuls».
Hier kaufen Sie die vollständigen Artikel «Körper-Erfassung» und «Sinnliches Erleben».


Körper-Erfassung
Im Märchen konnten Hänsel und Gretel die Hexe noch austricksen, als es um die Körperfett- Messung ging. Heute ist die Sensor-Technologie weit fortgeschrittener – aber natürlich nur zum Wohle der Konsumenten.

  • Sensor-Anzug: Der Anzug des schottischen Start-ups Tesla Studios (nicht zu verwechseln mit der Automarke Tesla Motors) macht Virtual Reality spürbar. Äusserlich einem Taucheranzug ähnelnd, verfügt er über zahlreiche Knotenpunkte, die unter anderem Muskeln reizen können und dem Träger das Gefühl vermitteln, dass er umarmt wird. Der getragene Computer ist gleichzeitig auch die Schaltzentrale: Durch die verteilten Sensoren kann der Träger zum Beispiel einen virtuellen Avatar steuern.
  • Gefühlsanalyse: Die Gefühle der Konsumenten lesen – das ist das Rezept von Emotient. Die Software erkennt, ob Konsumenten positiv oder negativ auf Schilder, Produkte oder das Verkaufspersonal reagieren. Eine Videokamera erfasst den Gesichtsausdruck, der via Software analysiert wird. Grundlage der Analyse ist das vom Emotionsforscher Paul Ekman entwickelte Facial Action Coding System. Diese Software ermöglicht es Händlern, Angebote direkt an die Stimmung des Kunden anzupassen.
  • Chip ist im Schuh: Adidas will Sportschuhe mit Near Field Communication ausstatten und so mit seinen Kunden in Kontakt bleiben. Ein Chip auf dem Schuh ist mit einer App verbunden, wodurch der Träger personalisierte Empfehlungen etwa über beliebte Joggingstrecken auf sein Smartphone erhält. Adidas weiss auch, wann ein Schuh ersetzt werden sollte. Setzt sich die Technologie durch, könnten Fitnessarmbänder bald überflüssig werden, weil der Schuh das Monitoring des Trainings übernimmt.

Sinnliches Erleben
Solange die Prinzessin den Frosch nur anschaut, bleibt er ein Frosch. Erst die Berührung (durch einen Kuss oder durch das Aufklatschen an der Wand) führt zu einer neuen Ergebnisqualität. Wir haben recherchiert, was uns multisensorischen Wesen die Warenwelt heute zu bieten hat.

  • Fernkuss: Als Prototyp funktioniert der Kussroboter für Fernbeziehungen schon. Hooman Samani, Professor für Elektroingenieurwesen an der Universität Taipeh, hat dafür Furby-ähnliche Kuscheltiere mit Kussmund konstruiert: Wenn ein Teil der Fernbeziehung seinen «Kissenger» küsst, werden Druck und Lippenbewegung zum anderen Kissenger übertragen, und umgekehrt. Man küsst sich also fast echt und in Echtzeit – wenn es diese Erfindung denn jemals auf den Markt schafft.
  • Elektrovibration: Nein, kein Schweinkram, sondern ein Weg, Touchscreens zu haptifizieren. Wenn die Fingerspitzen beim Berühren der glatten Fläche kleine elektrische Impulse erhalten, wird das im Gehirn so empfunden, als habe die Oberfläche eine andere Beschaffenheit. Dadurch kann man Bilder fühlbar machen, Blindenschrift darstellen oder die Tasten auf das Handy zurückholen, die dort vor Einführung des Touchscreens mal waren. Einer der wichtigsten Akteure bei dieser Technologie ist Disney.
  • Kribbeln in der Hose: Beim Yoga gibt es klar definierte Stellungen – von der Kamelhaltung über den Lotussitz bis hin zum Sonnengruss. Und es ist ganz schön schwer, sich genau daran zu halten. Eine Yoga-Hose der Firma Wearable Experiments soll Abhilfe schaffen: Sie macht durch Vibrationen an den entsprechenden Stellen auf fehlerhafte Haltungen aufmerksam. Je stärker die Vibration, desto mehr Anpassung ist nötig. Wenn das Produkt Erfolg hat, sollen auch Hosen für Boxen, Radfahren und Gewichtheben folgen.