In der Food-Branche herrschte lange die totale Arbeitsteilung: Einer produziert, einer verarbeitet, ein anderer liefert. Und dass die Milch von der Kuh kommt, müssen Kinder in der Schule lernen. So sieht die Wertschöpfungskette aus – oder vielmehr der -kreislauf, denn das Recycling ist ebenfalls wichtiger Bestandteil des Prozesses.

Doch jetzt findet ein Wandel statt. An die Stelle des Wertschöpfungskreislaufs tritt ein Wertschöpfungsnetzwerk: Der Koch bezieht seine Zutaten nicht vom Engros-Markt, sondern holt sie beim Bauern. Aber auch die Konsumenten emanzipieren sich zunehmend. Sie kaufen ihr Gemüse nicht beim Grossverteiler, sondern am Wochenmarkt – oder bauen es selbst an, sei es im Schrebergarten, auf dem Balkon oder direkt in der Küche. Auf die Produktion folgt ohne weitere Zwischenstufen der Konsum.

Die Reorganisation in der Food-Branche betrifft aber nicht nur den Zwischenhandel. Vielmehr sind alle Stufen betroffen. Welche Konzepte gibt es bereits?

  • 3D-Food-Printer: Mit dem eigenen Drucker sein Essen selbst produzieren: Oben wird eine Paste eingefüllt, unten kommt die Pizza raus. Verarbeitung, Distribution und Handel entfallen, wenn wir unser Essen direkt auf den Teller drucken.
  • In-Vitro-Fleisch: Die Wurst kommt nicht mehr vom Bauernhof, sondern wird aus tierischen Stammzellen im Labor gezüchtet. Wenn Fleisch auf diese Art produziert wird, entfällt der Schritt der Verarbeitung von Schlachtvieh. Aus dem Reagenzglas direkt auf den Grill.
  • Vertical Farms: Die Produktion von Nahrungsmitteln geht in die Vertikale und braucht so viel weniger Fläche. Kräuter, Salate und Gemüse werden an Wänden angebaut, und die Herstellung verlagert sich vom Land in die Stadt. Lange Transportwege entfallen, der Kunde holt sein Gemüse selbst, zu Fuss oder mit dem Fahrrad.
  • Robot & Drone Delivery: Die klassische Logistik wird überflüssig, wenn Drohnen oder Lieferroboter unser Essen bringen. Die Distribution wird neu organisiert.
  • Food Waste Prevention: Die grossen Müllberge sollen schrumpfen, und so werden Lebensmittel unverpackt verkauft, Schlachtvieh komplett verwertet. Besonders Umweltbewusste holen sich verwertbare Abfälle aus den Müllcontainern von Restaurants oder Läden, sogenanntes Dumpster-Diving.
  • Nose to Tail: Vom Schnörrli bis zum Schwänzli oder von der Wurzel bis zu den Blättern kommt alles auf den Teller. Recycling wird überflüssig und die Küche durch neue Zutaten kreativer.
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