Das Heimatland zurücklassen, aber nie wirklich verlieren. Ankommen und doch nie wirklich heimisch werden. Die aktuelle Flüchtlingskrise hat Trojanow zur Reflexion der eigenen Flucht aus Bulgarien angeregt. Vor 45 Jahren kam er als Sechsjähriger mit seiner Familie nach Deutschland. In seinem neuen Buch «Nach der Flucht» beschreibt Trojanow Erlebnisse, die allen Geflohenen gemein sind:

  • Ghetto des Verlorenen – konservierte Erinnerungen an die Heimat
  • Zurückweisung – keinen Platz im neuen Land finden
  • Heimkehr als Fremdkehr – als Rückkehrer nichts wiedererkennen

Doch Flucht müsse nicht nur negativ sein, so Trojanow. Er selber profitiere davon, sich in eine völlig neue Sprache eingelebt zu haben. Denn so ähnlich Erfahrungen sein mögen, der Umgang mit ihnen sei individuell.


Ilija Trojanow diskutiert am 26. November 2017 mit der Direktorin des Max-Planck-Instituts Lorraine Daston in der SRF-Sendung «Sternstunde Philosophie». Die Aufzeichnung findet am 22. November am Gottlieb Duttweiler Institut statt. Mehr Informationen.