Welche Schweizer beeinflussen uns? Wer bestimmt, worüber wir heute und morgen diskutieren? Das GDI hat ein Ranking der die wichtigsten Vordenkerinnen und Ideengeber der Schweiz erstellt. Es zeigt: Künstler und Politikerinnen sind einflussreicher als Manager und Ökonomen. Auf den ersten zehn Plätzen landen vier Männer aus dem Kulturbetrieb, drei Politiker und nur zwei Wirtschaftsführer.

01. Urs Widmer
02. Peter von Matt
03. Christoph Mörgeli
04. Axel Weber
05. Adolf Muschg
06. Philipp Hildebrand
07. Johann Schneider-Ammann
08. Hans Küng
09. Felix Gutzwiller
10. Thomas Hirschhorn

Die Liste der einflussreichsten Schweizer legt folgende Schlüsse nahe:
- Trotz Ökonomisierung der Welt: Der Markt der Ideen wird in der Schweiz von Kultur und Politik beherrscht.
- Einfluss hat, wer gut schreiben und Geschichten erzählen kann. Wer das selber nicht beherrscht, dem hilft eine gute PR-Maschinerie.
- Die neuen Medien favorisieren die Eloquenten und Intelligenten. Das widerspricht der These der Verdummung durch das Netz.
- Big Data braucht Big Stories: Die naturwissenschaftlichen Messmethoden zeigen ironischerweise, dass Geisteswissenschaftler wichtiger sind als ihre empirisch arbeitenden KollegInnen.

Die Rangliste wurde in Zusammenarbeit mit Peter Gloor vom Massachusetts Institute of Technology erstellt. Mit derselben Methode wurden im Dezember 2013 bereits die «Global Thought Leaders» eruiert. Sie spiegelt die Bedeutung des Internets als wichtigster Marktplatz für neue Ideen. Der Einfluss einer Person und ihrer Gedanken wurden in zwei unterschiedlichen Online-Welten gemessen: in der Blogosphäre und in der Wikisphäre. 183 Männer und Frauen aus Universität/Forschung, Wirtschaft, Politik, Medien und Kultur wurden für die Longlist ausgewählt.

Im Vergleich zur globalen Liste der Thought-Leaders fällt die Irrelevanz der Schweizer Intellektuellen auf. Sie haben in der Infosphäre kaum Einfluss: nicht im deutschsprachigen Raum, und global gesehen noch viel weniger. Unter den globalen Thought-Leader sind nur die Schweizer Hans Küng und Tariq Ramadan vertreten.