«Der Retail wird nicht komplett verschwinden, aber er wird sich verändern», sagte Daniel Grieder, CEO von Tommy Hilfiger Global und PVH Europe, kürzlich in einem Interview mit der Handelszeitung. Der Laden der Zukunft werde das Probieren von Kleidern weiterhin als eine traditionelle Komponente haben. Das Digitale halte aber ebenfalls Einzug, indem man das Sortiment auf einem grossen Bildschirm begutachten kann. Und eine Erlebniskomponente gehöre ebenfalls dazu: eine Lounge, eine Bar, ein Begegnungsort. «Es geht um Atmosphäre, um Erlebnis», weiss Grieder.

Tommy Hilfiger setze ausserdem auf das Konzept «See now, buy now». Was an den Fashion-Shows gezeigt wird, gibt es gleich im Laden. Für den Hilfiger-CEO ist das eine Revolution. Denn früher dauerte es bis zu sechs Monate, bis die Modelle im Laden erhältlich waren. Die Umstellung sei nicht leicht gewesen: «Wir mussten die Organisation, die Logistik anpassen und das Personal neu schulen. Das macht man nicht mit links.»

War es vor zwei Jahren noch der digitale Showroom, mit dem er Kunden begeisterte, können diese heute per Tommyland-App auf Fashion-Shows die Modelle fotografieren. Die App erkennt das Produkt und der Kunde kann sofort bestellen.

Die Orientierung an Quadratmeterumsätzen sei veraltet, ist sich der Schweizer sicher: «Heute geht es nicht um Umsatz pro Quadratmeter, sondern um Neuheit und Überraschung pro Fläche. Das ist die neue Währung im Detailhandel.»

Die Umstellung aufs Digitale erfordert hohe Investitionen. Daniel Grieder sieht das aber gelassen: «Mein Credo ist: Das grösste Risiko ist, kein Risiko einzugehen.»

Wie Tommy Hilfigers digitaler Showroom aussieht und funktioniert, erklärt Daniel Grieder in diesem Video:


Daniel Grieder spricht an der GDI-Handelstagung vom 7. und 8. September 2017.